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Medizinische Fakultät

Magdeburger Straße 8

06112 Halle

Tel.+49 345 5570

Fax:+49 345 5572444

Einrichtungsstatistik

Profil

Forschungsprofil

Besonderheiten der Medizinischen Forschung

Im Unterschied zu nicht Medizinischen Fakultäten ist die Forschung in den klinischen Fächern der Medizinischen Fakultät durch den untrennbaren Zusammenhang mit der direkten Krankenversorgung gekennzeichnet. Dies bedeutet, dass in den Kliniken nicht nur Forschung und Lehre, sondern auch eine maximale Krankenversorgung stattfinden muss. Die klinische Forschung wiederum lässt sich unterteilen in die Bearbeitung solcher Fragestellungen, die unmittelbar den Patienten mit einbeziehen, und andererseits in eine experimentelle Forschung, die im Labor stattfindet.

Forschungsprofil

Die Medizinische Fakultät hatte es sich zur Aufgabe gemacht, ihren Nachwuchs und ihre Forschungsvorhaben durch ein integriertes Programm zu fördern, das Elemente der personengebundenen Nachwuchsförderung, der projektorientierten Forschungsförderung und der Fortbildung miteinander vereint. Das wichtigste Instrument für die Realisierung dieser Aufgaben war und ist das BMBF-Förderprogramm  „Förderrichtlinien zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit der klinischen Forschung an den medizinischen Fakultäten der neuen Bundesländer einschl. Berlin (Charité) - Strukturen und Programme zur Förderung der Forschung an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg“ (kurz „NBL3-Programm“). Im Rahmen dieses mit mehr als 9 Mio. € ausgestatteten Fördervorhabens des Bundes, das inzwischen die zweite Förderphase erreicht hat, ist es in den zurückliegenden Jahren gelungen, die beiden Forschungsschwerpunkte Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Onkologie kontinuierlich weiter zu entwickeln und unter der neuen inhaltlichen Ausrichtung "Genetische und zellbiologische Konzepte zur Erforschung von Krankheitsursachen und zur Entwicklung von Therapiestrategien" zu vereinen, um soein international kompetitives Forschungsprofil mit maximalen Synergien an der Fakultät zu etablieren. Dazu wurde die krankheitsbezogene klinische Forschung in den beiden Themenbereichen Herz-Kreislauf und Onkologie durch die Klammer übergeordneter pathomechanistischer Prinzipien und methodischer Ansätze verknüpft und zum einen durch eine Schwerpunktsetzung in der Zell- und Gentherapie, zum anderen durch institutionalisierte Kompetenz (KKSH) in der Nutzung des Forschungsinstrumentes „klinische Studien“ ergänzt. 

Das Konzept des neuen Schwerpunktthemas berücksichtigt auch das attraktive Forschungsprofil des wissenschaftlichen Umfeldes (zu nennen sind hier z. B. die Mathematisch-Naturwissenschaftlich-Technische Fakultät, die Max-Planck-Gesellschaft, das Fraunhofer Institut für Werkstoffmechanik Freiburg / Halle, das Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle GmbH, das Leibnitz Institut für Pflanzenbiochemie Halle, die IWZ Biozentrum und Materialwissenschaft sowie das Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung Gatersleben).

Wenn auch Herzkreislauf- und Tumorerkrankungen weiterhin  im Zentrum des wissenschaftlichen Schwerpunktes an der Medizinischen Fakultät stehen, hat das  keine Einschränkung der Entwicklungsperspektiven für Forschergruppen zur Folge, die sich nicht unmittelbar mit dieser Thematik auseinandersetzen. Ihnen wird von Seiten der Fakultät die gleiche Unterstützung zuteil, wenn es sich um qualitativ besonders hochwertige und viel versprechende Forschungsansätze handelt.

So werden interessante, zukunftsweisende Forschungsprojekte auf den Gebieten der Zell- und Gentherapie, der Genetik, der Zell- und Entwicklungsbiologie, der Immunologie,  der Gastroenterologie-Hepatologie, der myopathischen und mitochondrialen Erkrankungen sowie der medizinischen Biomaterialien bearbeitet. Darüber hinaus haben sich Arbeitsgemeinschaften im Bereich der Epidemiologie und der Versorgungsforschung sowie der Rehabilitationswissenschaft entwickelt.

Mit dem im Rahmen des BMBF geförderten Vorhabens "Forschungszentrum Immunologie Magdeburg-Halle - Teilprojekt Halle" (2001 – 2003) ist ein wesentlicher Impuls für zukünftige Forschungsprojekte auf dem Gebiet der klinischen Immunologie gesetzt worden. Die in diesem Zusammenhang etablierten Core Facilities Funktionelle Immungenetik, Zellulartherapie und Transgene Organismen  sind eine wichtige Ergänzung zur NBL3-Fördermaßnahme und stellen hinsichtlich der gerätemäßigen Ausstattung der Medizinischen Fakultät eine wichtige Voraussetzung für die Planung und erfolgreiche Mitteleinwerbung für weitere Forschungsvorhaben dar.

Im Rahmen des Landesexzellenznetzwerks "Biowissenschaften - Strukturen und Mechanismen der biologischen Informationsverarbeitung"  wurde im vergangenen Jahr zwei Arbeitsgruppen der Medizinischen Fakultät mit ihrem Projektantrag „RNA-protein interactions controlling translation and mRNA stability during cellular stress“ eine För­derung zugesprochen.

Nicht zuletzt hat das durch das BMBF bewilligte "Koordinationszentrum Klinische Studien" der Klinischen Forschung an unserer Fakultät neue Perspektiven eröffnet.

Weiterhin sind verschiedene Arbeitsgruppen der Fakultät an anderen Forschungsschwerpunkten der Universität beteiligt. Dies schließt insbesondere auch die Beteiligung an Sonderforschungsbereichen der Partneruniversitäten Leipzig und Jena ein.

Restrukturierung der Forschungsorganisation

Hervorzuheben sind hier die Fortschritte bei der Umsetzung der „Strukturverbessernden Maßnahmen“ zur Professionalisierung des Forschungs- und Fakultätsmanagements, zu deren wichtigsten Punkten die Schaffung eines effizienten Prodekanats für Forschung zählt.

Dem Standortnachteil der neuen Bundesländer bei der Rekrutierung wissenschaftlichen Nachwuchses sollte durch die Umsetzung eines attraktiven Nachwuchsförderprogrammes im Rahmen des NBL3-Programmes begegnet werden, das externe Kompetenz anzieht und die Wissenschaftler vor Ort optimal motiviert. Das Programm wird durch Mittel der Fakultät komplementiert und soll nach Auslaufen der BMBF-Förderung Mitte 2007 vollständig von der Fakultät getragen werden.

Mit Hilfe des zu diesem Zweck entwickelten Wilhelm-Roux-Programmes gelang es der Medizinischen Fakultät Halle, im Berichtszeitraum 6 leistungsstarke Nachwuchsforschergruppen zu berufen und aufzubauen. Weiterhin erhielten zahlreiche junge Wissenschaftler die Möglichkeit, durch spezifische Fördermodule (Anschubprojekte, Rotationsstellen, Juniorgruppen, Stipendien) erstmals eigenständig Forschungsprojekte zu entwickeln und zu bearbeiten und aufbauend auf den so erhaltenen Resultaten Projektanträge an externe Drittmittelgeber zu formulieren. Schließlich konnte die erfolgreiche Bearbeitung hochrangig eingeworbener externer Drittmittelprojekte durch Bereitstellung zusätzlicher Finanzmittel (Ergänzungsprojekte) gefördert werden. All diese Maßnahmen haben sich auf die Verbesserung der Drittmittelfähigkeit der Medizinischen Fakultät sehr positiv ausgewirkt.

Neben einer Vielzahl einzelner aus Mitteln des Landes, des Bundes oder der EU geförderter Forschungsvorhaben, deren Fördersumme in den vergangenen 3 Jahren gemessen an der Summe der verausgabten Mittel 32,2 Mio. € betrug, war und ist die Fakultät erfolgreich bei der Etablierung von Forschungsinitiativen und Verbundvorhaben, in denen Forschungsgruppen der Medizinischen Fakultät und anderer Fakultäten der Universität Halle bzw. Forschungsgruppen anderer Universitäten gemeinsam an aktuellen themenübergreifenden Fragestellungen arbeiten.,black

Hier einige der wichtigsten Verbundvorhaben des Berichtszeitraumes:

Von 2002 bis 2005 wurde der  SFB 598 "Herzversagen im Alter - Zelluläre Mechanismen und therapeutische Einflussnahme“  erfolgreich mit 12 ,redTeilprojekten an der Medizinischen Fakultät bearbeitet. Zu diesem Themenkreis hat sich außerdem ,black2005 im Rahmen der Exzellenzoffensive des Landes Sachsen-Anhalt an der Medizinischen Fakultät eine Forschungsinitiative zur Thematik"Biologie des Alterns: Bedeutung für Prävention und Therapie von Herzkreislauf- und Tumorerkrankungen"gegründet, an der 12 fakultätsinterne Forschungsgruppen beteiligt sind.   ,black

Im selben Jahr hat eine weitere Forschungsinitiative unter Beteiligung von 10 Forschungsgruppen der Medizinischen Fakultät ihre Arbeit aufgenommen: Unter dem Thema „Proliferation und Differenzierung von Tumorzellen und adulten somatischen Stammzellen: Gemeinsamkeiten und Therapie-Konzepte“sollen in den kommenden 2 Jahren mit Hilfe einer Anschubfinanzierung aus Mitteln des Wilhelm-Roux-Programmes  die Voraussetzungenzur Gründung eines DFG-Sonderforschungsbereiches geschaffen werden.

Unter dem Verbundthema "Evidence-basierte Pflege chronisch Pflegebedürftiger in kommunikativ schwierigen Situationen" wurde 2002 der Pflegeforschungsverbund Mitte-Süd, ein klinischer Pflegeforschungsverbund aus den Universitäten und Fachhochschulen Halle-Wittenberg, Darmstadt, Berlin, Frankfurt M., Fulda, Heidelberg, Jena, Leipzig, Magdeburg, Marburg und München mit Sprechersitz in Halle ins Leben gerufen, der inzwischen in seiner 2. Förderphase bearbeitet wird.

Eine Forschungsgruppe hat sich 2005 im Rahmen der Aktivität der Universitäten Leipzig und Halle am Exzellenzcluster-Wettbewerb des Bundes „Regenerative Therapien“ beteiligt und wurde ausgewählt, eine Projektskizze in der 2. Antragsrunde einzureichen. Im selben Jahr wurde eine Projektskizze im Wettbewerb „ExistGo-Bio“ eingereicht mit dem Ziel, sich um Förderung aus Mitteln des Rahmen­programms  "Biotechnologie - Chancen nutzen und gestalten" zu bewerben.

Die Medizinische Fakultät hat im vergangenen Jahr den Bescheid für eine 3-jährige Förderung von 2 Teilprojekten aus dem BMBF-Verbundantrag „Anwendungsorientierte Brustkrebsforschung“ unter dem Titel „Qualität der onkologischen Behandlung - Innovative Konzepte für die Diagnose und Therapie von Brustkrebs“ erhalten und kann damit einen wichtigen Baustein für die weitere wissenschaftliche Profilierung des Brustkrebszentrums an unserer Fakultät leisten.