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Medizinische Fakultät

Haus 43

Leipziger Straße 44

39120 Magdeburg

Tel.+49 391 6713600

Fax:+49 391 6713630

Einrichtungsstatistik

Profil

Forschungsprofil

Die Universitätsmedizin ist integraler und für die Forschung wichtiger Teil der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Sie unterhält die beiden Forschungsschwerpunkte Immunologie einschließlich Molekulare Medizin der Entzündung und Neurowissenschaften. Der immunologische Schwerpunkt unterhält enge Beziehungen zum universitären Forschungszentrum Dynamische Systeme - Biosystemtechnik (Center of Dynamic Systems - CDS) und der neurowissenschaftliche Schwerpunkt stellt eine tragende Säule des Center for Behavioral Brain Sciences (CBBS) dar.

Beide Forschungsschwerpunkte beteiligen sich maßgeblich an der neuen mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfond (ESF) geförderten Graduiertenschule ABINEP und eröffnen damit weitere Möglichkeiten der translationalen Forschung, die sich ebenfalls in einer gemeinsamen, neu geschaffenen und 2016 besetzten Brückenprofessur für Immunologie und Neurodegeneration manifestiert hat. An dem integrativen Antrag der Otto-von-Guericke-Universität zur Exzellenzinitiative werden sich beide Forschungsbereiche intensiv beteiligen und dabei eng mit den anderen Fakultäten der Universität und den außeruniversitären Großforschungseinrichtungen kooperieren.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des immunologischen und des neurowissenschaftlichen Forschungsschwerpunkts beschäftigen sich in enger Kooperation mit der Frage, wie sich Immun- und Zentralnervensystem im gesunden Menschen aber auch in Krankheitssituationen, beispielsweise bei Depression oder immunologischen Erkrankungen, gegenseitig beeinflussen. Dies stellt einen universitätsweiten Schwerpunkt dar.
 
Im Jahr 2016 verausgabte die Medizinische Fakultät mehr als 20 Mio. EUR an Drittmitteln, womit das Ergebnis des Vorjahres wiederholt werden konnte. Eine großzügige Geräteausstattung, fakultätseigene Serviceeinheiten und ein modernes Tierversuchslabor erlauben es der Medizinischen Fakultät, Forschung auf internationalem Spitzenniveau zu betreiben.

Forschungsschwerpunkt Immunologie einschließlich Molekulare Medizin der Entzündung
Die immunologische Forschung und die molekulare Entzündungsmedizin haben an der Medizinischen Fakultät eine sehr lange Tradition. Im Zentrum der immunologischen Grundlagenforschung am Medizincampus steht die Identifikation von Molekülen und Signalwegen, die schützende oder schädigende Immunantworten auslösen und unterhalten. Die Translation der Erkenntnisse aus der immunologischen Grundlagenforschung in die klinische Anwendung, z.B. die gezielte Beeinflussung von Signalmolekülen oder Signalwegen, ist international ein wissenschaftlicher Brennpunkt und hat in den letzten Jahren für medizinische Durchbrüche gesorgt. Herausragende Beispiele für immunologische Forschung "from bench to bedside" sind die neuen Immuntherapien, die bei verschiedenen Krebserkrankungen mit größtem Erfolg eingesetzt werden.

An vielen Volkskrankheiten sind akute und chronische Entzündungsreaktionen ursächlich beteiligt. Dies betrifft auch und in besonderem Maße chronische Erkrankungen, die in der alternden Gesellschaft auftreten. Daher ist der Entzündungsschwerpunkt zentral in das Landesprogramm "Autonomie im Alter" eingebunden.

In 2014 hat die Medizinische Fakultät die Aktivitäten des immunologischen Schwerpunktes unter einem Dach zusammengeführt und den Gesundheitscampus Immunologie, Infektiologie und Inflammation (GC-I³) als Profilbereich der Fakultät gegründet. Der GC-I³ bündelt die Aktivitäten des immunologischen Schwerpunktes mit dem Ziel, eine zukunftsweisende, patientennahe, klinische Krankenversorgung auf der Grundlage exzellenter klinisch-wissenschaftlicher Ausbildung und translationaler Forschung zu gewährleisten und weiter zu entwickeln. Die Arbeit des GC-I³ erfolgt unter dem Leitmotiv "Entzündung verstehen - Volkskrankheiten heilen".

Im Mittelpunkt der Forschung des GC-I³ stehen die Themen:
  • Molekulare Mechanismen der Aktivierung und Differenzierung hämatopoetischer und inflammatorischer Zellen
  • Molekulare Grundlagen akuter und chronischer Entzündungen
  • Organspezifische Immunreaktionen
  • Anwendung hochauflösender bildgebender Verfahren im zellulären und subzellulären Maßstab zur Visualisierung immunologischer und entzündlicher Prozesse
  • Translation experimenteller Forschungsergebnisse in die klinische Versorgung von Patienten mit Volkskrankheiten
  • Versorgungsforschung im demographischen Wandel und bei zunehmender Häufigkeit von Volkskrankheiten.

Tragende Säulen dieser Forschung sind:
  • der DFG-Sonderforschungsbereich 854 (SFB 854) "Molekulare Organisation der zellulären Kommunikation im Immunsystem" (Sprecherschaft: Medizinische Fakultät, 1. Phase 2010-2013, 2. Phase 2014-2017)
  • das Else Kröner-Forschungskolleg Magdeburg "Die Bedeutung des inflammatorischen Mikromilieus für die Entwicklung von Präneoplasien: von den molekularen Signalen zu neuen Therapiestrategien", in dem junge Ärzte zu Clinician Scientists ausgebildet werden
  • das EU-Programm HypOrth
  • ein ERC Starting Grant, der in 2016 bewilligt wurde.

Forschungsschwerpunkt Neurowissenschaften
Die neurowissenschaftliche Forschung gehört traditionell zu den profilbestimmenden Forschungsschwerpunkten. Mit der Entschlüsselung der neurobiologischen Grundlagen von Lernen und Gedächtnis auf allen Organisationsebenen des menschlichen Gehirnes sowie dem Verständnis der Mechanismen von Demenz, Morbus Parkinson bis hin zu Depressionen und Schizophrenie schafft der neurowissenschaftliche Schwerpunkt die Grundlage für innovative und nachhaltige klinische Therapiekonzepte. Er geht damit auf die gegenwärtige demographische Entwicklung in Sachsen-Anhalt bewusst ein und verfügt über ein breites Disziplin-übergreifendes Potential, um dieser dringenden gesellschaftlichen Relevanz Genüge zu tun. Dies manifestiert sich in der engen Kollaboration der Medizinischen Fakultät mit den am CBBS beteiligten Institutionen und führt beispielsweise zu anwendungsorientierten Ansätzen im Bereich von Gehirn-Maschine-Schnittstellen oder der Weiterentwicklung der humanen Bildgebung. Letztere prägt vor allem die Forschungsarbeiten des Forschungscampus STIMULATE. Eine beispielhafte Anwendung dieser Forschungsarbeiten wurde jüngst von der Universitätsklinik für Neurologie umgesetzt, deren Mitarbeiter an der Gründung der Nielsen Tele Medical GmbH beteiligt sind. Diese produziert in Sachsen-Anhalt mobile EEG-Headsets und basiert auf dem Hugo-Junkers-Preis für das Jahr 2015. Des Weiteren steht die Weiterentwicklung von Präventationsstrategien und Therapiekonzepten für an Demenz leidende und andere neurologisch erkrankte Menschen im Rahmen des Landesprogramms "Autonomie im Alter" klar im Fokus.

Gleichermaßen dient der 2015 eröffnete CBBS-Science-Campus der weiteren Festigung und dem zielorientierten Ausbau erfolgreich etablierter Allianzen innerhalb des neurowissenschaftlichen Forschungsschwerpunktes mit dem Fokus auf den Aufbau eines Trainings- und Ausbildungsprogramms für naturwissenschaftliche Postdoktoranden. Im Rahmen des CBBS Postdoctoral Networks werden momentan an der FME, der Fakultät für Naturwissenschaften, am Leibniz-Institut für Neurobiologie und am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) vier Nachwuchswissenschaftler mit translationalen Projekten gefördert.

Besondere Interessen des neurowissenschaftlichen Schwerpunkts sind:
  • Charakterisierung neuronaler Mechanismen von Wahrnehmungsprozessen
  • Kortikale und subkortikale Mechanismen attentionaler Selektion im visuellen System
  • Neuronale Mechanismen menschlichen Verhaltens
  • Mechanismen und Pathogenese neurodegenerativer Erkrankungen
  • Translation Grundlagen-orientierter Forschung im Bereich der neuropathologischen experimentellen Forschung
  • Identifizierung von Biomarkern zur Unterstützung der individuellen Diagnostik und Therapie
  • Erforschung der neurobiologischen Ursachen psychischer Störungen
  • Klärung der Mechanismen neurophysiologischer Alterungsprozesse assoziiert mit milden Funktionsstörungen.
     

Der Forschungsschwerpunkt wird maßgeblich durch folgende Verbünde getragen:
  • DFG-Sonderforschungsbereich 779 (SFB 779) "Neurobiologie motivierten Verhaltens" (Sprecherschaft: Fakultät Naturwissenschaften, 1. Phase 2008-2011, 2. Phase 2012-2015, 3. Phase 2016-2019)
  • DFG-Transregio-Sonderforschungsbereich 31 (SFB/TR31) "Das aktive Gehör"
  • DFG-Transregio-Sonderforschungsbereich 62 (SFB/TR62) "Eine Companion-Technologie für komplexe technische Systeme".

 Klinisch-wissenschaftliche Ausbildung und Weiterbildung
Die Exzellenz der Forschung hat profunde Auswirkungen auf die klinisch-wissenschaftliche Ausbildung und Weiterbildung am Standort. Diese zeigt sich beispielweise in:
  • der ständigen Weiterentwicklung der Lehrformen: Fächerübergreifende Lehre, Einzelfall- und Systembezug in der Konzeptionalisierung von Therapien und interprofessionelle Zusammenarbeit
  • der Vermittlung von Grundlagen zu Wissenschaft und Forschung im Rahmen des Medizinstudiums
  • dem Aufbau eines strukturierten Promotionskollegs für Medizinstudenten (Else Kröner-Forschungskolleg Magdeburg und CBBS)
  • speziellen Weiterbildungscurricula der Assistenten auf dem Weg zum Facharzt (kompetenzorientierte Weiterbildung)
  • der Förderung wissenschaftlich interessierter Ärzte im Rahmen eines strukturierten Clinician Scientist Programms (Else Kröner-Forschungskolleg Magdeburg)
  • Etablierung neuer Ausbildungs- und Weiterbildungsmodelle im demographischen Wandel durch Netzwerkbildung mit ruralen Gebieten.

Klinisch-translationale Potentialbereiche
Die Medizinische Fakultät hat über die beiden etablierten Forschungsschwerpunkte hinaus drei klinisch-translationale Potentialbereiche definiert:
  • Translationale klinische Onkologie
  • Muskuloskelettale, rekonstruktive Chirurgie
  • Herz-Kreislauf-Medizin.

 Weitere wichtige Verbundprojekte der Medizinischen Fakultät
  • EU-Horizon 2020 und BMBF JPco-fuND-Projekt "CircProt" (Therapie-Strategien für M. Alzheimer im Mausmodell, Institut für Physiologie)
  • EU Projekt "r`Birth, Brain Imaging Return to Health" (Identifizierung neuer molekularer Therapie- und Diagnoseoptionen bei Depression und Angsterkrankungen)
  • EU-Horizon 2020 Projekt "NEURON-Verbund NEUINF" (Master-Regulatoren der Neuroinflammation bei parasitären Infektionen des Gehirns).

Vernetzung mit außeruniversitären Großforschungseinrichtungen
Die Medizinische Fakultät ist mit einer Vielzahl von lokalen und regionalen außeruniversitären Großforschungseinrichtungen vernetzt. Mit dem HZI, dem DZNE und dem LIN wurden bisher insgesamt 12 Ko-Berufungen erfolgreich abgeschlossen.
  • Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) in Magdeburg
  • Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme in Magdeburg
  • Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Magdeburg
  • Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) in Magdeburg
  • Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig
  • Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPI) in Leipzig
  • International Neuroscience Institute (INI) in Hannover, ein An-Institut der OVGU.

Publikationen

Publikationsliste

2017
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2016
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2015
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2014
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2013
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ältere
2011
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2007
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2006
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2002
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Forschungsberichte

Publikationsberichte