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Menschliche Endothelzellen im Weltraum
Menschliche Endothelzellen im Weltraum

Endothelzellen sind ganz spezielle Zellen, die die innerste Schicht unserer Blutgefäße auskleiden. Die medizinische Weltraumforschung kann neuere Erkenntnisse über die kardiovaskulären Probleme von Astronauten nach Langzeit-Aufenthalt im Weltraum liefern. Unter anderem kann es bei den Menschen im Orbit zu niedrigem Blutdruck und auch zu Herzrhythmusstörungen kommen.

Die Endothelzelle produziert zahlreiche ihre Umgebung beeinflussende Signalstoffe und auch den Blutdruck regulierende Substanzen, die in diesem Weltraumexperiment im Detail untersucht werden sollen. Der Mensch will in naher Zukunft als Tourist ins Weltall reisen und daher ist es notwendig, die möglichen Gefahren genau zu kennen, um sie gegebenenfalls verhindern oder zumindest lindern zu können. Wir fanden durch Versuche im Labor auf der Erde mit Hilfe von Maschinen, die Schwerelosigkeit simulieren können heraus, dass Endothelzellen anders wachsen, wenn die Schwerkraft fehlt. Sie wachsen dreidimensional als sogenannte Gefäßvorläufer-Konstrukte (Intimaschläuche) und Sphäroide (runde Aggregate aus mehreren Zellen bestehend). Wir haben 14 Tage Untersuchungszeit im Weltraum, um zu sehen, ob diese Ergebnisse mit unseren im Labor auf der Erde erzielten Resultaten übereinstimmen , erzählt Frau Professorin Daniela Grimm, Leiterin des Forschungsprojekts und Gastprofessorin für Gravitationsbiologie und Translationale Regenerative Medizin an der OVGU.

Neue Erkenntnisse zur Herstellung von künstlichen Blutgefäßen (Tissue Engineering)
Das Wissenschaftsteam um Frau Prof. Grimm untersucht in der Mikrogravitation die Struktur der Zellen. Normalerweise wachsen Endothelzellen in der Kulturflasche zweidimensional mit Ausnahme, wenn 3D Zellkulturmodelle zum Einsatz kommen. Mithilfe der Random Positioning Machine (Abb. 1) können wir 3D Wachstum induzieren. Es bilden sich Sphäroide und Schläuche (Abb. 2 11 Tage simulierte Mikrogravitation). Die Ursachen für dieses Verhalten sind nicht bekannt. Wir sind sehr daran interessiert, die genauen Mechanismen für die Sphäroid-Bildung zu finden und hoffen, dieses Wissen dann im Bereich der Gewebezuchtforschung (Tissue Engineering) einsetzen zu können , berichtet Frau Prof. Grimm. Sehr kleine künstliche Blutgefäße werden im Bereich der Wiederherstellungschirurgie, Handchirurgie bei Transplantationen benötigt.

Die Zellen werden in speziell für das Experiment von der Firma RUAG, Schweiz, entwickelten Containern kultiviert (Abb. 3) und kommen von ihrer Weltraumreise nach ca. 4 Wochen, d.h. Mitte Mai zurück. Das Dragon-Raumschiff wird dann im Pazifik bei Kalifornien landen. Die Proben werden anschließend nach Magdeburg in die Laboratorien der Arbeitsgruppe von Frau Prof. Grimm geschickt. Sie werden dann histologisch sowie mit molekularbiologischen Methoden weiter untersucht.

Dieses Forschungsprojekt wird in Zusammenarbeit mit Forschern der Universität Aarhus, Dänemark, dem Max-Planck-Institut Martinsried, der Hochschule Luzern, Schweiz, der Texas Southern University, Houston, TX, USA, dem Belgian Nuclear Research Centre, SCK-CEN, Mol, Belgien und der Universität Udine, Italien durchgeführt.

Das international Forschungsprojekt wird vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) und der NASA gefördert.

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