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Untersuchungen zur Optimierung der Anlage von Blühstreifen zur Förderung der Biodiversität in der Agrarlandschaft unter besonderer Beachtung des Wiesenbrüterschutzes in Sachsen-Anhalt

Finanzierung:
Land (Sachsen-Anhalt) ;
Sachsen-Anhalt setzt bei der Förderung der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft im Rahmen der Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) einen wesentlichen Schwerpunkt auf die Anlage mehrjähriger Blühstreifen/-flächen mit zertifizierten, regionalen Wildpflanzenherkünften. Vor allem in strukturarmen Agrarlandschaften erfüllen mehrjährige Blühstreifen vielfältige Funktionen als Trittsteine bzw. Verbindungskorridore im Biotopverbund und dienen als Nahrungs-, Fortpflanzungs-, Rückzugs- und Überwinterungshabitate für zahlreiche Tiergruppen, wie z. B. Vögel , Tagfalter und Wildbienen, Amphibien, Kleinsäuger, Laufkäfer und Spinnen, Insekten und Mollusken. Sie erhöhen den Erholungswert der Kulturlandschaft und bereichern das Landschaftsbild. Neben kulturellen Ökosystemdienstleistungen fördern sie wichtige Regulierungs- und Bereitstellungsleistungen wie biologische Schädlingsbekämpfung, Bestäubung und Bodenfruchtbarkeit.
Trotz dieser positiven Erfahrungen mit Wildpflanzen-Blühstreifen wird bislang die AUKM Mehrjährige Blühstreifen" nur zögerlich von den Landwirten angenommen. Die schlechte Akzeptanz ist u. a. auf eine nicht unerhebliche Skepsis in Bezug auf den Erfolg der Blühstreifenmischungen unter Praxisbedingungen zurückzuführen, zudem wurden Befürchtungen vor einer Verunkrautung der Bestände und nachfolgenden Sanktionen durch die Kontrollbehörden geäußert. Die für eine erfolgreiche Etablierung bestehenden Pflegeerfordernisse können jedoch mit dem Wiesenbrüterschutz (Schutz bodenbrütender Vogelarten) kollidieren. Eine mögliche Beeinträchtigung von Wiesenbrütern wird unter Ornithologen widersprüchlich diskutiert. Hinsichtlich der Auswirkungen von Blühstreifen auf Wiesenbrüter und die Optimierung der Pflege unter den Gesichtspunkten des Vogelschutzes besteht daher dringender Untersuchungsbedarf. Zudem werden Zweifel an der ökologischen Wirksamkeit von derartigen Maßnahmen in der Agrarlandschaft formuliert, da es bislang nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen zur Wirkung von Wildpflanzen-Blühstreifen auf Arten höherer trophischer Ebenen  und zur Vernetzungswirkung dieser Blühstreifen gibt. Ökologen stellen den geringen Flächenanteil der Blühstreifen in Frage.
Im Rahmen des Projektes werden die im neuen Förderprogramm (EPLR 2014-2020) durch die Landwirte angelegten mehrjährigen Blühstreifen in Sachsen-Anhalt wissenschaftlich evaluiert, um die beschriebenen Wissensdefizite zu beseitigen. Insbesondere werden die Effekte auf die biologische Vielfalt in Agrarlandschaften systematisch untersucht. Des Weiteren werden durch systematische Befragungen Akzeptanzanalysen bei Landwirten durchgeführt, um Umsetzungshindernisse zu identifizieren und Lösungsansätze zur Steigerung der Motivation zur Teilnahme an dem angeboten Programm zur Anlage von mehrjährigen Wildpflanzen-Blühstreifen zu entwickeln. Aufbauend auf den Projektergebnissen sollen zukünftige Maßnahmen zur Erhöhung der biologischen Vielfalt in Agrarlandschaften optimiert werden.

Anmerkungen

Projektpartner: Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt Kooperationspartner: Landesanstalt für Landwirtschaft, Landesamt für Umweltschutz, Bauernverband Sachsen-Anhalt e. V.

Schlagworte

Agrarlandschaft, Agrarumweltmaßnahme, Avifauna, Biodiversität, Blühstreifen, Naturschutz, Vogelschutz

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