Louise revisited. Der männliche Blick auf Frauen damals und heute. Tagung anlässlich des 275. Geburtstags von Louise von Anhalt-Dessau (1750–1811)
Projektleiter:
Projektbearbeiter:
Prof. Dr. Eva Labouvie,
PD Dr. Katja Kauer
Finanzierung:
Zum 275. Geburtstag von Louise von Anhalt-Dessau nimmt die Tagung eine historische Frau zum Ausgangspunkt, um die Struktur des männlichen Blicks – des „male gaze“ – auf Frauen, Körper und Geschlecht von der Vergangenheit bis in die heutige Zeit kritisch zu analysieren. Die Tagung verbindet historische und gegenwartsbezogene Perspektiven und fragt danach, wie Frauen wahrgenommen, bewertet, erinnert wurden und bis heute werden – und wer dabei die Deutungsmacht hat.
Louise von Anhalt-Dessau steht exemplarisch für jene Frauen, die in der patriarchalen Wahrnehmung unsichtbar gemacht wurden oder systematisch unsichtbar gehalten werden – ob im hochadligen Kontext des 18. Jahrhunderts, aus dem sie stammte, oder in heutigen gesellschaftlichen oder wissenschaftlichen Zusammenhängen. Ihre historische Einordnung und Aufarbeitung verweist implizit wie explizit nicht nur auf vergangene Gender- und Machthierarchien, sondern auch auf gegenwärtige Fragen nach genderbezogenen Repräsentationen, Wertigkeiten, Macht- und Autoritätsverhältnissen, Eingenommenheiten und Voreingenommenheiten sowie strukturellem Bias.
Der „male gaze“ als analytisches Werkzeug erlaubt es, diese Zusammenhänge über Epochen hinweg zu analysieren: als Blickregime, das sowohl ästhetisch als auch epistemisch, sozial und institutionell wirksam wird. Er zeigt sich in Bildtraditionen, in Archiv- und Erinnerungspolitiken, in historischem oder zeitgeschichtlichem Wahrnehmen, Gedenken oder Vergessen – aber auch im akademischen oder beruflichen Alltag, etwa in Stellenbesetzungen, Auswahlverfahren, Anerkennungspraxen oder in der medialen Repräsentation weiblicher Expertise und Autorschaft. Die Tagung möchte Vergangenheit und Gegenwart nicht nur nebeneinanderstellen, sondern in einen kritischen Dialog bringen. Sie fragt konkret wie paradigmatisch danach, wie sich historische Deutungsmuster bis heute in Denk-, Wahrnehmungs- und Entscheidungsstrukturen einschreiben – und was es bedeutet, diesen Blick zu wenden. Louise von Anhalt-Dessau ist dabei nicht nur Anlass zur biografischen Rückschau, sondern Katalysator für Fragen von Macht, Geschlecht, Stereotypisierung, Sichtbarkeit und Übersehen, die gerade in der Gegenwart virulent sind.
Zentrale Themenfelder:
Louise von Anhalt-Dessau neu lesen:
Zwischen höfischer Repräsentation, genealogischer Funktion und biografischer Spurensuche; Re-Positionierungen im historischen und erinnerungskulturellen Kontext
Sehen, Bewerten, Erinnern:
„Male gaze“ und „male mainstream“ als historische und gegenwärtige Perspektiven und Strukturen: in Porträts, Literatur, Geschichtsschreibung, Institutionen, Medien
Gender und Autorität in der Wissenschaft:
Epistemische Machtverhältnisse, Bias bei Beurteilungen, Geschlecht und Glaubwürdigkeit, die Performativität von Expertise
Alltägliche Sichtbarkeits- und Unsichtbarkeitsregime:
Institutioneller Sexismus, kulturelle Narrative, (Un)Möglichkeiten weiblicher Präsenz und Sprechpositionen im Wissenschafts- und Kulturbetrieb
Feministische Perspektiven auf Kanon und Kritik:
Dekonstruktion, Re-Lektüren, (Nicht-)Anerkennung; Ambivalenzen von Wiederentdeckung und Repräsentation, „female gaze“
Agency, Körper, Subversion:
Handlungsspielräume historischer wie gegenwärtiger Akteurinnen; Strategien der Aneignung, Sichtbarmachung und Irritation hegemonialer Sichtweisen
Die Frage, wie wir Frauen sehen, einschätzen oder bewerten ist – historisch wie gegenwärtig – nie neutral. Der Blick auf Louise von Anhalt, die sowohl von Zeitgenossen als auch von heutigen Betrachter*innen aus unterschiedlichen Perspektiven wahrgenommen und beurteilt wurde, soll zum Ausgangspunkt für eine interdisziplinäre und intersektionale Auseinandersetzung mit den Bedingungen von Sichtbarkeit, struktureller Voreingenommenheit und der Notwendigkeit eines geänderten, achtsameren und kritischeren Sehens sein.
Tagungsdaten:
27. und 28. November 2025
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OvGU), Fakultät für Humanwissenschaften, Geb. 40, Zschokkestr. 32, Raum 226 (Tagung) und Foyer von Hörsaal 6 (Pausen)
Louise von Anhalt-Dessau steht exemplarisch für jene Frauen, die in der patriarchalen Wahrnehmung unsichtbar gemacht wurden oder systematisch unsichtbar gehalten werden – ob im hochadligen Kontext des 18. Jahrhunderts, aus dem sie stammte, oder in heutigen gesellschaftlichen oder wissenschaftlichen Zusammenhängen. Ihre historische Einordnung und Aufarbeitung verweist implizit wie explizit nicht nur auf vergangene Gender- und Machthierarchien, sondern auch auf gegenwärtige Fragen nach genderbezogenen Repräsentationen, Wertigkeiten, Macht- und Autoritätsverhältnissen, Eingenommenheiten und Voreingenommenheiten sowie strukturellem Bias.
Der „male gaze“ als analytisches Werkzeug erlaubt es, diese Zusammenhänge über Epochen hinweg zu analysieren: als Blickregime, das sowohl ästhetisch als auch epistemisch, sozial und institutionell wirksam wird. Er zeigt sich in Bildtraditionen, in Archiv- und Erinnerungspolitiken, in historischem oder zeitgeschichtlichem Wahrnehmen, Gedenken oder Vergessen – aber auch im akademischen oder beruflichen Alltag, etwa in Stellenbesetzungen, Auswahlverfahren, Anerkennungspraxen oder in der medialen Repräsentation weiblicher Expertise und Autorschaft. Die Tagung möchte Vergangenheit und Gegenwart nicht nur nebeneinanderstellen, sondern in einen kritischen Dialog bringen. Sie fragt konkret wie paradigmatisch danach, wie sich historische Deutungsmuster bis heute in Denk-, Wahrnehmungs- und Entscheidungsstrukturen einschreiben – und was es bedeutet, diesen Blick zu wenden. Louise von Anhalt-Dessau ist dabei nicht nur Anlass zur biografischen Rückschau, sondern Katalysator für Fragen von Macht, Geschlecht, Stereotypisierung, Sichtbarkeit und Übersehen, die gerade in der Gegenwart virulent sind.
Zentrale Themenfelder:
Louise von Anhalt-Dessau neu lesen:
Zwischen höfischer Repräsentation, genealogischer Funktion und biografischer Spurensuche; Re-Positionierungen im historischen und erinnerungskulturellen Kontext
Sehen, Bewerten, Erinnern:
„Male gaze“ und „male mainstream“ als historische und gegenwärtige Perspektiven und Strukturen: in Porträts, Literatur, Geschichtsschreibung, Institutionen, Medien
Gender und Autorität in der Wissenschaft:
Epistemische Machtverhältnisse, Bias bei Beurteilungen, Geschlecht und Glaubwürdigkeit, die Performativität von Expertise
Alltägliche Sichtbarkeits- und Unsichtbarkeitsregime:
Institutioneller Sexismus, kulturelle Narrative, (Un)Möglichkeiten weiblicher Präsenz und Sprechpositionen im Wissenschafts- und Kulturbetrieb
Feministische Perspektiven auf Kanon und Kritik:
Dekonstruktion, Re-Lektüren, (Nicht-)Anerkennung; Ambivalenzen von Wiederentdeckung und Repräsentation, „female gaze“
Agency, Körper, Subversion:
Handlungsspielräume historischer wie gegenwärtiger Akteurinnen; Strategien der Aneignung, Sichtbarmachung und Irritation hegemonialer Sichtweisen
Die Frage, wie wir Frauen sehen, einschätzen oder bewerten ist – historisch wie gegenwärtig – nie neutral. Der Blick auf Louise von Anhalt, die sowohl von Zeitgenossen als auch von heutigen Betrachter*innen aus unterschiedlichen Perspektiven wahrgenommen und beurteilt wurde, soll zum Ausgangspunkt für eine interdisziplinäre und intersektionale Auseinandersetzung mit den Bedingungen von Sichtbarkeit, struktureller Voreingenommenheit und der Notwendigkeit eines geänderten, achtsameren und kritischeren Sehens sein.
Tagungsdaten:
27. und 28. November 2025
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OvGU), Fakultät für Humanwissenschaften, Geb. 40, Zschokkestr. 32, Raum 226 (Tagung) und Foyer von Hörsaal 6 (Pausen)
Kooperationen im Projekt
Kontakt
Prof. Dr. Eva Labouvie
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Fakultät für Humanwissenschaften
Institut II: Gesellschaftswissenschaften
Zschokkestr. 32
39104
Magdeburg
Tel.:+49 391 6756129
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