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Zusammenhänge zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit ein Beitrag zur Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt
Termin:
01.03.2023
Fördergeber:
Bundesministerium für Bildung und Forschung
Gegenstand der Förderung bilden in der ersten Förderphase Forschungs- und Entwicklungs- (FuE)-Einzelvorhaben, in der zweiten Förderphase FuE-Verbundvorhaben, die neue Erkenntnisse hinsichtlich der Wirkzusammenhänge ­zwischen Biodiversität bzw. deren Veränderung und menschlicher Gesundheit liefern, oder mithilfe von Fallstudien Konzepte für die Entwicklung gesundheitsfördernder Biodiversitätsinterventionen entwickeln und umsetzen.

Projekte können eines oder mehrere der folgenden Themenfelder adressieren:

Integrität von Gewässer- oder Bodenökosystemen
Untersucht werden können beispielsweise die Auswirkungen von Biodiversitätsveränderungen auf die Qualität von Trinkwasser, gesundheitliche Gefährdungen durch krankmachende oder Giftstoff produzierende Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze, Algen, Protozoen oder das vermehrte Auftreten von krankheitsübertragenden Vektoren in Gewässerökosystemen. Untersuchungsgegenstände können des Weiteren auch positive Effekte des Kontakts mit Umwelt-Mikroben für die menschliche Gesundheit sein, z. B. mit Bezug auf das Immunsystem, die Verdauung oder das menschliches Mikrobiom. Auch die Vorhersage von Erkrankungsrisiken, beispielsweise durch die Erfassung bestimmter Sentinel-Organismen in der Landschaft und in Gewässern, können Gegenstand der Forschung sein.

Gesundheitsgefahren durch Zoonosen
Zu den möglichen Untersuchungsgegenständen gehört daneben die Rolle der Verlagerung von Verbreitungsgebieten und die Zuwanderung und Etablierung von Vektorarten durch anthropogene Effekte bei der Verbreitung von Zoonosen und neuartigen Erregern. Untersucht werden kann hierbei etwa die Rolle urbanisierter Regionen (z. B. wärmebelastete Abläufe von Kraftwerken) mit einer hohen Diversität von Lebensräumen als Treiber dieser Entwicklungen. Das Themenfeld adressiert des Weiteren die Bedeutung der Diversität von Pathogenen sowie die Effekte einer verstärkten Interaktion des Menschen mit Biodiversität.

Agrobiodiversität
Untersuchungsgegenstand in diesem Themenfeld kann die Nährstoffvielfalt durch Sorten- und Artenvielfalt sein, z. B. in Bezug auf Mikronährstoffe und sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe in Nutzpflanzen. Auch soziale und gesellschaftliche Phänomene, die bei der Nutzung von Nahrungsmitteln eine große Rolle spielen, können einbezogen werden. Untersuchungsgegenstand können außerdem Gesundheitsgefahren sein, die von Agrobiodiversität ausgehen, wie etwa durch giftige Ackerbeikräuter. Des Weiteren können auch Zielkonflikte zwischen Biodiversitätsschutz, menschlicher Gesundheit und Ernährungssicherung Gegenstand der Untersuchung bilden.

Nicht übertragbare Krankheiten
Untersucht werden können etwa die Wirkungen einer veränderten Biodiversität, wie beispielsweise das Auftreten von Neophyten und Neozoen, auf die Entwicklung von nicht übertragbaren Erkrankungen (z. B. Autoimmunerkrankungen, Allergien, Krebserkrankungen).

Stadt- und Landschaftsentwicklung
Untersuchungsgegenstand in diesem Themenfeld kann die Fragestellung sein, inwieweit eine Einbeziehung von Biodiversität in die Stadt- und Landschaftsentwicklung (inkl. Agrarlandschaften) die menschliche Gesundheit psychisch wie physisch fördern und Krankheiten vorbeugen kann.

Psychische Erkrankungen und Resilienz
In diesem Themenfeld können die Auswirkungen des Erfahrens von Biodiversität auf die psychische Gesundheit und Resilienz (Fähigkeit mit Problemen und Veränderungen umzugehen) adressiert werden. Anwendungen in diesem Forschungsfeld schließen beispielsweise die individuelle und organisierte Nutzung von Naturerlebnisräumen ein.

Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme hat das BMBF derzeit folgenden Projektträger beauftragt:
VDI/VDE-Innovation & Technik GmbH
Steinplatz 1, 10623 Berlin
Wissenschaftliche Ansprechpartner sind:
Dr. Felix Frey, Dr. Sandra Rajmis
Telefonische Hotline: +49 (0) 30/310078-3676
E-Mail: biodivgesundheit@vdivde-it.de

Weitere Informationen:
https://www.bmbf.de/bmbf/shareddocs/bekanntmachungen/de/2022/08/2022-08-09-Bekanntmachung-Biodiversit%C3%A4t.html