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Urbane Böden als Belastungsquellen von Nähr- und Schadstoffen für aquatische Systeme (Fließgewässer, Standgewässer, Grundwasser) - dargestellt am Beispiel der Stadt Halle
Projektbearbeiter:
Dipl.-Geogr. Steffen Koch, Martin Sauerwein
Finanzierung:
Fördergeber - Sonstige;
Städtische Böden wirken nicht nur als Senken für Nährstoffe und Schadstoffe jeder Art, sondern auch als Stoffquellen. Hierfür entscheidend sind neben dem Belastungsausmaß und den jeweiligen Stoffspektren vor allem pedologische Einflussgrößen sowie aus der städtischen Nutzung resultierende Abwandlungen selbiger oder gar gänzlich neuartige Regelfaktoren. Hinsichtlich des Stofftransfers übernimmt dabei das Wasser auf seinen verschiedenen Pfaden (Sicker- und Oberflächenwasser, Interflow) die Hauptträgerrolle. Hieraus ergeben sich nicht nur Belastungswirkungen auf unterschiedliche Kompartimente des Stadtökosystems selbst, sondern auch ein Belastungstransfer in andere (benachbarte oder fernere) Ökosysteme. Um diesbezüglich quantitative und qualitative Aussagen zu treffen, soll im Projekt insbesondere folgender Fragenkomplex beantwortet werden: - Welche Bodeninhaltsstoffe werden über welche Transportpfade in welche aquatischen Systeme zeit- und raumdifferenziert eingetragen und - welche Belastungs(fern)wirkung (stadtintern und stadtextern) ergibt sich damit für diese? Die Problemlösung soll unter Zugrundelegen eines ökosystemaren "Quelle => Pfad => Senke"- Ansatzes sowie eines unmittelbaren Raumbezugs erfolgen. Dazu bilden Böden (als Stoffsenken) verschiedener Stadtstrukturtypen (d.h. unterschiedlichen Alters und spezifischen Belastungspotentials) die Ausgangsbasis der Betrachtung. Es ist vorgesehen, die von den Böden ausgehenden wassergetragenen Stofftransporte (Oberflächenabfluss, Interflow, Sicker-/Grundwasser) quantitativ und qualitativ zu erfassen und zu bewerten (Prozessgeschehen). Damit werden sowohl Angaben zur Herkunft der (unterschiedlichen) Stoffmengen, zur zeitlichen Dynamik dieser Prozesse, aber auch Angaben bezüglich ihrer Bedeutung als Belastungsursache für (vor allem) stadtinterne aquatische Systeme erbracht. Die Ergebnisse sollen somit neben methodische Erkenntnisfortschritten auch Angaben zur räumlichen Übertragbarkeit beinhalten und gleichz eitig modellhaft verallgemeinerbar sein. Daneben ist ein Maßnahmekatalog für stoff- und pfadbezogene Umweltqualitätsziele (Handlungsziele) zu erstellen. Als Untersuchungsraum fungiert das Stadtgebiet von Halle.

Schlagworte

Geoökologie, Stadtökologie, Stoffhaushalt
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