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Konkurrierende Erinnerungen? Aspekte des jugoslawischen Alltags in postjugoslavischen literarischen Texten
Finanzierung:
Haushalt;
In den öffentlichen und wissenschaftlichen Diskursen der letzten Jahre steht nicht nur das sozialistische jugoslavische Staatsprojekt in der Kritik; (Jugo-)nostalgie (bzw. andernorts die sog. Ostalgie) wird nicht selten als ein Denunziations- bzw. Exklusionsschlagwort (Zoran Terzić) gebraucht, das im Falle der SFRJ das notwendige Erinnerungsbedürfnis an den untergegangenen Staat eigentlich ausschließt. Andererseits zeigen bereits manifeste Rekontextualisierungen z. B. in der materiellen Kultur, dass trotz der auf Differenz zum Projekt Kommunismus und zur SFRJ zielenden staatlichen Erinnerungspolitiken in den jugoslavischen Nachfolgestaaten eine homogene Gedächtnislandschaft nicht zu erwarten ist. Der Beitrag zielt darauf ab, in neueren Texten von Autorinnen und Autoren (Jergović, Matanović, Ugre¨ić, Goldsworthy, Bodro¸ić) nachzufragen, ob und wie das, was Teil ihrer (Lebens-)geschichte ist, literarisch präsentiert wird. Gefragt wird, was für ein Selbstverständnis zwischen Imagination und Realität deutlich wird, wie die Autorinnen und Autoren mit Geschichten längst nicht nur aus dem Famlienalbum zu dem beitragen, was gemeinhin als das Aushandeln von Geschichte bezeichnet wird. Vermag die im Spannungsfeld zwischen Selbstthematisierung und narrativer Inszenierung der Vergegenwärtigung von Vergangenem aufscheinende Archäologie des Alltags zur Aufhebung von Denkschemata beizutragen, trägt Nostalgie auch etwas Subversives in sich? .

Anmerkungen

Studie im Rahmen des Konferenz- und Publikationsprojektes "Facing the Present" (Leitung: Renate Hanse-Kokoru¨: Unviersität Graz)

Schlagworte

Erinnerung, Jugoslawien, Nostalgie, Sozialismus, narrative Inszenierung

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