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Evaluation einer Eltern-Kind Station (ELKI)
Projektbearbeiter:
Stefanie Krause, Renate Lahne-Boldau, Lisa Ceschinski
Finanzierung:
Haushalt;
Im Dezember 2008 wurde die erste Eltern-Kind-Station Sachsen-Anhalts am Klinikum Magdeburg eröffnet. Diese Form der Eltern-Kind-Behandlung, bei der die Eltern mit aufgenommen werden, wird bisher nur in wenigen Kinder-und Jugendpsychiatrien in Deutschland praktiziert. Die Modellstation bietet Behandlungsplätze für fünf Kinder mit deren Eltern, die den Klinikaufenthalt begleiten. Das Behandlungsangebot richtet sich an Familien mit Kindern im Alter von 1 ½ - 8 Jahren. Besonders für Kleinkinder mit Regulationsstörungen, die im ambulanten Rahmen nicht ausreichend behandelt werden können, aber auch für ältere Kinder, bei denen Interaktionsstörungen im Vordergrund stehen, bietet sich diese spezielle Behandlungsform an. Das flexibel gestaltete Behandlungskonzept (vollstationär und/oder tagesklinisch) vereint unterschiedliche Therapieansätze mit dem Schwerpunkt der Eltern-Kind-Interaktion. Die altersangepassten Formen von Eltern-Kind-Psychotherapie beinhalten Einzel- und Gruppenangebote für Eltern, Kinder und die gesamte Familie. Mittels videogestützter Eltern-Kind-Interaktionsübungen werden Interaktionskreisläufe gemeinsam analysiert und neue Vorgehensweisen ausprobiert.  Ziel der Behandlung ist es, mit den Eltern und Kindern Problemkreisläufe zu durch-brechen und neue Möglichkeiten des Miteinanders zu entdecken und auszuprobieren. Die Eltern-Kind-Behandlung unterteilt sich in eine 3-wöchige Diagnostikphase, in deren Anschluss die Familien in der Regel für eine bestimmte Zeit in das häusliche Umfeld wieder entlassen werden, und eine 5-wöchige Therapiephase. Nach Entlassung wird mit den Familien eine ambulante Wiedervorstellung vereinbart. Diese wird in Form von spezifischen Nachsorgegruppen organisiert und findet 6 Wochen, 3 Monate, 6 Monate und 12 Monate nach Behandlungsabschluss statt. Um die Wirkfaktoren dieses Therapieansatzes genauer zu evaluieren, werden mittels standardisierter Verfahren kindliches Problemverhalten (CBCL) sowie elterliche Belastungen und Erziehungsverhalten (ESF) zu sechs unterschiedlichen Zeitpunkten (von Aufnahme bis 12 Monate nach Entlassung) erhoben. In ersten Pilotauswertungen zeigte sich nach Abschluss der Therapiephase eine Reduktion kindlicher Verhaltensauffälligkeiten und im elterlichen Stresserlebe.

Schlagworte

Eltern-Kind-Station, Interaktionsstörungen, Regulationsstörungen, Wirkfaktoren
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