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Entwicklung von normungsfähigen Bestimmungsverfahren für sicherheitstechnische Kenngrößen des Explosionsschutzes für hybride Stoffgemische (NEX-HYS)
Projekthomepage:
Finanzierung:
BMWi/AIF;
Entwicklung von normungsfähigen Bestimmungsverfahren für sicherheitstechnische Kenngrößen des Explosionsschutzes für hybride Stoffgemische (NEX-HYS)
Für den sicheren Betrieb von chemischen, petrochemischen und verfahrenstechnischen Anlagen ist
die Kenntnis der sicherheitstechnischen Kenngrößen des Explosionsschutzes von entscheidender Be-
deutung. Sie dienen zur Festlegung von Prozessparametern und zur Auslegung von Sicherheitseinrich-
tungen. Da sicherheitstechnische Kenngrößen in den meisten Fällen von den verwendeten Bestim-
mungsverfahren beeinflusst werden, sind diese Verfahren im Explosionsschutz in der Regel genormt.
Sowohl für brennbare Gase und Dämpfe brennbarer Flüssigkeiten 1 als auch für brennbare Stäube gibt
es deshalb Normen, die die Bedingungen zur Ermittlung der Kenngrößen festlegen und so eine Ver-
gleichbarkeit der Werte sicherstellen.
Die Normen behandeln gasförmige oder feste brennbare Komponenten aufgrund Ihrer Explosionsei-
genschaften separat. Sie unterscheiden sich bei Brenngasen und Stäuben teilweise wesentlich in der
Auslegung der Zündgefäße, der Zündquellen und dem Prüfprozedere. Die getrennte Anwendung für
Brenngase und Stäube steht oft im Widerspruch zur alltäglichen Praxis, wo die Stoffe häufig gleichzeitig
vorhanden sind. Beim gleichzeitigen Auftreten von brennbaren Stäuben mit brennbaren Gasen bzw.
Lösemitteldämpfen liegen sogenannte hybride Gemische vor. Typische Beispiele für Prozessanlagen,
in denen hybride Gemische auftreten können, sind Sprühtrockner, Extrakteure, Lackieranlagen und
Maschinen zur Metallbearbeitung. In der Zukunft werden verstärkt innovative Materialien, z. B. Nano-
stäube und hochporöse Materialien, eingesetzt werden. Über das Verhalten der sicherheitstechni-
schen Eigenschaften dieser Stoffe als Bestandteil hybrider Gemische gibt es zurzeit kaum Kenntnisse
und keine Bestimmungsnormen. Gerade bei fein verteilten Feststoffen ist aber wegen der vergleichs-
weise großen aktiven Oberflächen eine besonders starke Wechselwirkung mit Gasen und Dämpfen zu
erwarten.
Für hybride Gemische lassen sich die sicherheitstechnischen Kenngrößen nach den vorhandenen Nor-
men nicht bestimmen. Aus bisherigen Forschungsarbeiten ist allerdings bekannt, dass hybride Gemi-
sche teilweise zündempfindlicher sind, erweiterte Explosionsbereiche aufweisen und die Auswirkun-
gen von Explosionen heftiger ausfallen können im Vergleich zu Gemischen, deren brennbare Kompo-
nenten nur in einem Aggregatzustand vorliegen. Damit ist es zur Gefährdungsbeurteilung nicht hinrei-
chend, sich auf die jeweiligen sicherheitstechnischen Kenngrößen der Einzelkomponenten (jeweils im
Gemisch mit Luft) zu verlassen.
Damit in Zukunft auch standardisierte Verfahren zur Bestimmung sicherheitstechnischer Kenngrößen
für hybride Gemische zur Verfügung stehen, ist es das Ziel des Verbundvorhabens geeignete Bestim-
mungsverfahren für hybride Gemische zu entwickeln und mit Unterstützung von DIN eine DIN-
Spezifikation (DIN SPEC) zu veröffentlichen
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