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Determinanten des Sozialhilfebezugs - Ökonometrische Studien zu Anreizethik und regionalen Einflussfaktoren in der sozialen Grundsicherung
Projektbearbeiter:
Joachim Wilde
Finanzierung:
Land (Sachsen-Anhalt) ;
Ausgangspunkt ist die sozialpolitische Diskussion über den Missbrauch der Sozialhilfe als "Hängematte". Da die Inanspruchnahme von laufender Hilfe zum Lebensunterhalt trotz hinreichender eigener Möglichkeiten zur Existenzsicherung als Verletzung einer moralischen Norm gewertet werden kann, stellt sich die Frage, welche Anreize für eine Implementierung dieser Norm gesetzt werden können. Die ökonomische Diskussion ist dabei stark auf die Einhaltung des Lohnabstandsgebots fixiert, also auf eine rein materielle extrinsische Motivation. Dagegen wird die Bedeutung von Faktoren, die die immaterielle extrinsische oder die intrinsische Motivation zur Arbeitsaufnahme fördern, weitgehend ignoriert. Die Bedeutung dieser Faktoren für eine Überwindung der Sozialhilfeabhängigkeit soll deshalb im Rahmen des Projekts empirisch geprüft werden. Ein zweiter Schwerpunkt ist die Analyse des Einflusses von externen Handlungsrestriktionen für die Hilfeempfänger. Variablen wie die lokale Arbeitslosenquote oder der örtliche Ausstattungsgrad bei Kinderbetreuungseinrichtungen werden im Rahmen des Projekts in eine quantitative statistische Analyse einbezogen. Methodischer Schwerpunkt ist die Anwendung moderner mikroökonometrischer Verfahren auf Haushaltsdatensätze (insbesondere das Niedrigeinkommenspanel) sowie auf Daten der amtlichen Sozialhilfestatistik (aggregiert auf Kreisebene).

Schlagworte

Anreizanalyse, Mikroökonometrie, Sozialhilfe
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