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Beurteilung der Langzeitwirkungen von verbleibenden Grundwasserbelastungen (SAFIRA II)
Projektbearbeiter:
Holger Fabritius, Tilmann Steinmetz
Projekthomepage:
Finanzierung:
Land (Sachsen-Anhalt) ;
Beurteilung der Langzeitwirkungen von verbleibenden Grundwasserbelastungen (SAFIRA II) Vor dem Hintergrund der komplexen geologischen Verhältnisse wurde zur optimalen Erfassung der heterogenen Aquifere im Raum Bitterfeld-Wolfen auf 30.24 km² ein hochauflösendes geologisches Raummodell entwickelt und in ein digitales Raummodell überführt. Dies ist ein weiteres Teilmodell des "Raummodells Bitterfeld", eines GIS-gestützten, flächennutzungsbezogenen Rauminformationssystem, das standortabhängige Informationen zur Situationsbewertung und für planungsrelevante Fragestellungen beinhaltet. Für 173 organische Kontaminanten wurde unter human- und ökotoxikologischen Stoffeigenschaften sowie Persistenz und Bioakkumulierbarkeit in Bewertungsmatrizen ein internes Ranking durchgeführt. Mit diesem wird eine transparente und fortschreibungsfähige Bewertungsmatrix zur relativen Gesamteinordnung des Stoffinventars unter Langzeitgesichtspunkten vorgelegt. Die Interpolation zur Abschätzung anthropogen verursachter flächenhafter Kontamination mittels Kriging und IDW wird durch eine komplexe Ausgangssituation charakterisiert. Wegen der Bedeutung der Aussagesicherheit der räumlichen Verteilung von Stoffen für expositionsorientierte Betrachtungen von Schutzgütern und Landnutzungsaspekten, wurden die Ausgangsdaten dahingehend ausführlich analysiert. Zur Abschätzung stoff- und gesteinsspezifischer Parameter auf den Schadstofftransport im bestehenden Grundwassermodell wurden - ausgehend von der Annahme des Transportes im Gleichgewicht über empirische Korrelationen - die Verteilungskoeffizienten in den ausgewiesenen lithologischen Einheiten abgeschätzt. Lokal und regional diskontinuierlicher Eintrage tertiärer Braunkohlepartikel ließen die Abschätzung eines singulären Verteilungskoeffizienten nicht zu, weshalb in Bezug auf den organischen Kohlenstoffgehalt variable Excel-Arbeitsblätter gestaltet wurden. Nach der Grundwassermodellierung zeigen die Stromlinien im südlichen Teilgebiet deutlich den Abstrom nach Nordnordost. Eine NW-SE verlaufende Rinne lenkt die Stromlinien ab. Als weiteres Modellergebnis wird ein breiter Abstrom aus dem Gebiet sichtbar, der sich auf die Gewässer Schlangengraben, Mulde und Lober aufteilt. Durch die Nordverdriftung im Verlauf der Rinne wirkt der Schlangengraben als Hauptvorfluter. Die quartäre Rinne wirkt sich nach den Ergebnissen beider Modelle sowohl für das Quartär wie auch für das Tertiär durch eine sehr starke Verdriftung der Stromlinien in nordnordwestlicher Richtung aus. Da für das Land Sachsen-Anhalt bisher keine Festlegungen von Richtwerten bzw. Qualitätszielen für den Bereich Grundwasser existieren, wurden Bewertungsmaßstäbe und Qualitätsziele aus verschiedenen Regelwerken unterschiedlicher Ebenen (EU, LSA, LAWA, IKSE) prüfend einbezogen da von keinem Regelwerk die auftretenden Stoffe in ihrer Gesamtheit erfasst werden.

Anmerkungen

Dieses Teilprojekt ist Bestandteil des SAFIRA II Verbundes und wurde durch das BMBF und das Land Sachsen-Anhalt gefördert.

Schlagworte

Grundwasser, Hydrogeologie, Interpolationsverfahren, Kontamination, Landnutzung, Langzeitwirkung, Raumauswirkungen, Schutzgüter, Umweltgeologie, räumliche Optimierung, stoff- und gesteinsspezifische Parameter
Kontakt
Prof. Dr. Peter Wycisk

Prof. Dr. Peter Wycisk

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Naturwissenschaftliche Fakultät III

Institut für Geowissenschaften und Geographie

Von-Seckendorff-Platz 3

06120

Halle (Saale)

Tel.+49 345 5526134

Fax:+49 345 5527177

peter.wycisk(at)geo.uni-halle.de

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