In guter Gesellschaft. Zur epistemischen Relevanz sozialer Bedingungen für Denken, Urteilen und Handeln (Workshop)
Projektleiter:
Finanzierung:
Haushalt;
Workshop an der FU Berlin
Leitung: Katharina Naumann und Larissa Wallner
Gute Gesellschaft “ist vor den Denkenden unentbehrlich”, schrieb Immanuel Kant in einer Reflexion (Refl. 763, AA XV, 332f.). In Gesellschaft seien nicht nur unsere Empfindungen stärker, da sie durch das Urteil anderer begleitet werden, sondern auch unsere Gedanken entfalteten eine größere Wirkung, sodass ich “das ganze Leben” erweitere. Diesen Gedanken greift Hannah Arendt in Das Urteilen auf (Arendt 2021a: 21) und erweitert ihn. Dabei geht sie von der Überlegung aus, dass Denken und Urteilen untrennbar mit dem Handeln als genuin politischer Tätigkeit verflochten sind. Angesprochen ist damit nichts anderes als die Abhängigkeit des Denkens, Urteilens und Handelns vom sozialen, intersubjektiven Kontext, in dem diese stattfinden – im Positiven wie im Negativen. Im positiven Sinn ermöglicht die epistemische Abhängigkeit von anderen sowohl die Prüfung und Erweiterung der eigenen Perspektive als auch Empathie, Anerkennung und wechselseitige Ermächtigung zum (gemeinsamen) Handeln. Zugleich geht mit epistemischer Abhängigkeit von anderen die Gefahr für kollektive Verblendungen einher, die die eigene Perspektive zur allgemeingültigen erklären, wie auch die Tendenz, sich im Handeln unkritisch am durchschnittlichen Verhalten des sozialen Umfeldes zu orientieren. Bei Kant und Arendt werden die beschriebenen intersubjektiven Potenziale und die damit einhergehenden Grenzen und Ausschlussmechanismen jedoch nicht hinreichend adressiert. Ziel des Workshops ist es deshalb, an dieser Stelle gemeinsam weiterzudenken und zwar unter Rekurs auf verschiedene philosophische Strömungen der Gegenwart sowie mit Blick auf aktuelle Gesellschaftsverhältnisse.
Leitung: Katharina Naumann und Larissa Wallner
Gute Gesellschaft “ist vor den Denkenden unentbehrlich”, schrieb Immanuel Kant in einer Reflexion (Refl. 763, AA XV, 332f.). In Gesellschaft seien nicht nur unsere Empfindungen stärker, da sie durch das Urteil anderer begleitet werden, sondern auch unsere Gedanken entfalteten eine größere Wirkung, sodass ich “das ganze Leben” erweitere. Diesen Gedanken greift Hannah Arendt in Das Urteilen auf (Arendt 2021a: 21) und erweitert ihn. Dabei geht sie von der Überlegung aus, dass Denken und Urteilen untrennbar mit dem Handeln als genuin politischer Tätigkeit verflochten sind. Angesprochen ist damit nichts anderes als die Abhängigkeit des Denkens, Urteilens und Handelns vom sozialen, intersubjektiven Kontext, in dem diese stattfinden – im Positiven wie im Negativen. Im positiven Sinn ermöglicht die epistemische Abhängigkeit von anderen sowohl die Prüfung und Erweiterung der eigenen Perspektive als auch Empathie, Anerkennung und wechselseitige Ermächtigung zum (gemeinsamen) Handeln. Zugleich geht mit epistemischer Abhängigkeit von anderen die Gefahr für kollektive Verblendungen einher, die die eigene Perspektive zur allgemeingültigen erklären, wie auch die Tendenz, sich im Handeln unkritisch am durchschnittlichen Verhalten des sozialen Umfeldes zu orientieren. Bei Kant und Arendt werden die beschriebenen intersubjektiven Potenziale und die damit einhergehenden Grenzen und Ausschlussmechanismen jedoch nicht hinreichend adressiert. Ziel des Workshops ist es deshalb, an dieser Stelle gemeinsam weiterzudenken und zwar unter Rekurs auf verschiedene philosophische Strömungen der Gegenwart sowie mit Blick auf aktuelle Gesellschaftsverhältnisse.
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Kontakt
Dr. Katharina Naumann
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Fakultät für Humanwissenschaften
Institut III: Philologien, Philosophie, Sportwissenschaft
Zschokkestraße 32
39104
Magdeburg
Tel.:+49 391 6756652
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