Untersuchungen zur Ambivalenz des AHR-Signalweges in Haut-krankheiten
Projektleiter:
Projektbearbeiter:
Prof. Dr. med. Thomas Tüting
Finanzierung:
Forschergruppen:
Das Melanom, die tödlichste Form von Hautkrebs, macht fast 2 % aller Krebsfälle weltweit aus, wobei die Inzidenz aufgrund der anhaltenden Zunahme der UV-Exposition im Freizeitbereich steigt. Der Arylhydrocarbon-Rezeptor (AHR), ein ligandbindender Transkriptionsfaktor der Per-ARNT-Sim-Familie der basischen Helix-Loop-Helix-Proteine, wurde ursprünglich als Rezeptor für das Dioxin TCDD beschrieben und vermittelt nachweislich die Entgiftung von Umweltgiften. In jüngerer Zeit wurde eine Vielzahl physiologischer und endogener Liganden entdeckt, und es gibt zunehmend Hinweise auf physiologische Funktionen des AHR bei der Zellproliferation, Differenzierung und bei Entzündungsreaktionen. Es wurde gezeigt, dass UV-Licht den hochaffinen AHR-Agonisten FICZ erzeugt, der die Bräunung der Haut als Schutzreaktion gegen UV-Strahlung fördert. In Krebszellen hingegen fördert die AHR-Aktivierung das Tumorwachstum. Das aktuelle Projekt basiert auf der Hypothese, dass die AHR-Signalübertragung unter physiologischen Bedingungen schützende Reaktionen der Melanozyten auf UV-Bestrahlung fördert, während sie unter pathologischen Bedingungen die maligne Transformation sowie das Fortschreiten von Metastasen verstärkt und die Wirksamkeit von T-Zell-gerichteten Immuntherapien beeinträchtigt. Im ersten Arbeitspaket des Projekts werden wir melanozytenspezifische, konditionale AHR-Knockout-Mäuse einsetzen, um den Einfluss der AHR-Signalübertragung auf die Reaktion von Melanozyten auf UV-Licht zu charakterisieren. Darüber hinaus werden wir die Rolle der AHR-Signalübertragung bei der UV-induzierten Tumorentstehung und -progression analysieren, indem wir das Hgf-Cdk4-Melanom-Modell in Kreuzung mit den melanozytenspezifischen AHR-Knockout-Mäusen verwenden. Im zweiten Arbeitspaket werden wir die Rolle der AHR-Signalübertragung bei der Immuntherapie untersuchen. Dazu werden wir unsere transplantierbare Melanomzelllinie HCmel12 mit und ohne CRISPR-vermittelten AHR-Knockout verwenden und einen adoptiven T-Zell-Transfer durchführen. Darüber hinaus werden wir adoptive Zelltransfertherapien mit einer pharmakologischen AHR-Hemmung bei Mäusen kombinieren, denen HCmel12-Melanomzellen transplantiert wurden, um die Zukunftsperspektiven einer therapeutischen AHR-Hemmung beim Menschen zu bewerten. Im dritten Arbeitspaket werden wir die Dynamik der AHR-Signalübertragung in Melanozyten und Melanomzellen in vitro charakterisieren. Anschließend versuchen wir, den Einfluss der AHR-Signalübertragung auf die durch Entzündungen induzierte Plastizität von Melanomzellen zu analysieren und den zugrunde liegenden molekularen Mechanismus aufzuklären. Im abschließenden Arbeitspaket werden wir den Einfluss der AHR-Signalübertragung auf die Dynamik der transkriptionellen Plastizität von Melanomzellen als Reaktion auf entzündliche und therapeutische Stimuli mittels Einzelzell-RNA-Sequenzierung analysieren. Darüber hinaus werden wir auch die AHR-Signalübertragung hinsichtlich der Differenzierungsverläufe von kutanen Melanozyten und Melanomzellen nach UVB-Bestrahlung charakterisieren. Wir erwarten, dass die aus diesem Projekt gewonnenen Erkenntnisse eine Grundlage für die zukünftige therapeutische Modulation der AHR-Signalübertragung bei der Behandlung von Melanomen liefern werden.
Kontakt
Prof. Dr. Thomas Tüting
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Leipziger Straße 44
39102
Magdeburg
Tel.:+49 391 6715249
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