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Sonderforschungsbereich 854: Molekulare Organisation der Zellulären Kommunikation im Immunsystem
Projekthomepage:
Finanzierung:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ;
Das Immunsystem ist ein hochmobiles Schutzsystem, das ständig den gesamten Körper (einschließlich des Zentralnervensystems) überwacht. Komplexe molekulare Signalnetzwerke und Kommunikationsprozesse steuern die Bildung von Immunzellen, deren Homöostase sowie deren gewebespezifische Funktionen in räumlich-zeitlicher Weise. Jüngste Erkenntnisse über die molekularen Mechanismen, die die Immunantwort regulieren, haben zu spannenden neuen translationalen und therapeutischen Ansätzen geführt, wie beispielsweise der Immuntherapie bei Krebs und der Immunmodulation bei entzündlichen Erkrankungen. Es besteht jedoch nach wie vor ein kontinuierlicher Bedarf, unser Verständnis der molekularen Organisation und der Kommunikationsprozesse innerhalb des Immunsystems zu vertiefen.

Das SFB 854 zielt darauf ab, die molekularen Grundlagen der Kommunikationsprozesse und -netzwerke aufzuklären, die Immunantworten bei Gesundheit und Krankheit regulieren. Zu diesem Zweck untersuchen die einzelnen Projekte molekulare Mechanismen der Immunzellkommunikation auf intrazellulärer, interzellulärer und Organebene unter Einsatz und Entwicklung modernster biochemischer, genetischer und bildgebender Technologien.

Die Immunologie in Magdeburg ist bekannt für ihre Stärke in der Signaltransduktionsforschung, die bereits das zentrale Thema des dem SFT 854 vorausgehenden SFT 521 (von der DFG von 2003 bis 2009 gefördert) war. Der SFT 854 baut auf dieser etablierten lokalen Expertise auf und erweitert sie, um die molekulare Organisation und Dynamik immunologischer Kommunikationsprozesse eingehend zu analysieren.

Während der zweiten Förderperiode wurden eine Reihe wichtiger neuer Erkenntnisse über die molekularen Mechanismen gewonnen, die die Kommunikation von Immunzellen regulieren. So identifizierten beispielsweise A20 und B12 inter- und intrazelluläre Signalnetzwerke, die die Aktivierung von Integrinen unter physiologischen (z. B. während der T-Zell-Aktivierung, B12) oder pathophysiologischen Bedingungen (z. B. bei JAK2-V617F-positiver myeloproliferativer Neoplasie, A20), während B26 neue und spannende Erkenntnisse über die molekularen Mechanismen gewann, die der Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion (GvHD) zugrunde liegen. Es ist geplant, diese Ergebnisse im dritten Förderzeitraum in klinische Studien umzusetzen.

Im ersten Förderzeitraum (TP06E) wurde eine neuartige Reportermaus („Catchup“-Maus, die rot fluoreszierende Neutrophile trägt) etabliert und zur Analyse interzellulärer Kommunikationsprozesse bei Schlaganfall (Z01) oder malignem Melanom (A27) eingesetzt. Darüber hinaus wurden im ersten Förderzeitraum entwickelte molekulare Werkzeuge (Biosensoren) im zweiten Förderzeitraum optimiert, was die Analyse dynamischer Veränderungen von Signalmolekülen ermöglichte, die proximale Signalschritte der T-Zell-Aktivierung (B19) oder die Interaktion zwischen Zellen des Immunsystems und eindringenden Pathogenen (Z01) regulieren.

Das Wissen sowie die im zweiten Förderzeitraum entwickelten molekularen und genetischen Werkzeugkästen bilden die Grundlage für die Forschung, die das CRC854 für den dritten Förderzeitraum vorschlägt. Auch hier gliedert sich das geplante Forschungsprogramm des CRC854 in:

Forschungsbereich A: „Molekulare und zelluläre Kommunikation bei Entzündungen und Infektionen“

und

Forschungsbereich B: „Molekulare und zelluläre Regulation von T-Lymphozyten“.

Diese beiden Bereiche sind durch die TWIN-Projekte des CRC854 miteinander verbunden, die sich mit der Frage befassen, wie die Kommunikation zwischen dem Immunsystem und dem ZNS molekular reguliert wird.

Die Projekte des Bereichs A folgen dem Konzept, dass das Immunsystem – je nach spezifischem Kontext – sowohl in organ- als auch in pathogen-spezifischen Wirkungsweisen agieren muss. Ein umfassendes Verständnis der molekularen Mechanismen, die organ-/gewebespezifische Immunantworten und kontext-/gewebeabhängige funktionelle Anpassungen von Immun- und Nicht-Immunzellen regulieren, fehlt jedoch noch.

Daher zielen alle Projekte des Bereichs A darauf ab, die molekularen Mechanismen intra- und interzellulärer Kommunikationsprozesse zu untersuchen, wobei der Schwerpunkt auf organspezifischen (Gehirn, Leber, Niere, hämatopoetisches System, Haut) sowie pathogen- oder malignitätsspezifischen Kontexten liegt.

Die Magdeburger Expertise in der Signaltransduktionsforschung und der in-vivo-Untersuchung von Signalprozessen und der Dynamik von Immunzellen ist von zentraler Bedeutung für die Projekte des Bereichs B, die sich auf verschiedene Signalwege und deren Einfluss auf die T-Zell-Entwicklung, die T-Zell-Aktivierung und die T-Zell-Effektorfunktionen konzentrieren. Fundierte biochemische Fachkenntnisse werden mit neuartigen in-vivo-Signalreporter-Systemen (Biosensoren) kombiniert, um Signalprozesse zu untersuchen, die die Dynamik der T-Zell-Differenzierung oder deren lokale und systemische Interaktionen mit anderen Zellen regulieren.

Die TWIN-Projekte des SFB 854 – eingebettet in sowohl Bereich A als auch Bereich B und diese miteinander verbindend – resultieren aus dem Paradigmenwechsel, dass das Gehirn nicht länger als immunprivilegiertes Organ betrachtet werden kann, das durch die Blut-Hirn-Schranke vom Immunsystem getrennt ist. Stattdessen ist es mittlerweile allgemein anerkannt, dass das ZNS und das Immunsystem ständig miteinander interagieren und sich gegenseitig in ihren Funktionen beeinflussen. Die TWIN-Projekte haben ihre Wurzeln im RTG1167 (gefördert von 2005 bis 2015).

Zwei ehemalige Doktoranden des RTG1167 leiten das TWIN-Projekt A30N in der dritten Förderperiode. Insbesondere die Medizinische Fakultät
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