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Psychoakustische Modellierung der menschlichen Hörwahrnehmung
Finanzierung:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ;
In komplexen akustischen Umgebungen sind wir ständig mit einer Mischung aus Geräuschen verschiedener Quellen konfrontiert. Das normale Hörsystem ist in der Lage, diese Geräuschmischung in verschiedene Hörobjekte zu unterteilen, um wichtige Geräusche von anderen zu unterscheiden. Ziel dieses Projekts ist es, die zugrunde liegenden Mechanismen der Objektbindung beim Menschen mithilfe der Psychoakustik in Kombination mit Modellierung zu untersuchen, wobei physiologische Ergebnisse mit Reizen berücksichtigt werden, die mit denen der Psychoakustik vergleichbar sind. Langfristiges Ziel ist die Entwicklung eines Modells mit einer realistischen internen Repräsentation von Hörobjekten in komplexen akustischen Umgebungen. Zu diesem Zweck konzentrierte sich die vorangegangene Förderperiode auf verschiedene Objektbindungshinweise und deren relative Bedeutung bei der Bildung von Hörobjekten. Zu den wichtigen Hinweisen zählen kohärente Hüllkurvenschwankungen über die Frequenz hinweg, die ein häufiges Merkmal natürlicher Geräusche sind, sowie die räumliche Lage der Schallquelle, wie sie sich in binauralen Informationen widerspiegelt. Die zugrunde liegenden Mechanismen wurden bisher hauptsächlich im Bereich nahe der Hörschwelle untersucht, weshalb Modelle in erster Linie darauf ausgelegt waren, die Wahrnehmung an der Hörschwelle vorherzusagen. In der kommenden Förderperiode wird die Untersuchung auf die Wahrnehmung oberhalb der Hörschwelle unter Bedingungen der Maskierungsaufhebung durch Objektbindungshinweise ausgeweitet. Diese Wahrnehmung oberhalb der Hörschwelle wird anhand von Diskriminationsschwellen und durch die Abfrage von Empfindungen charakterisiert. Beispielsweise wird untersucht, wie sich die Wahrnehmung der Modulationstiefe (Rauheit, Schwankungsstärke) verändert, wenn dem Maskierer ein Signal hinzugefügt wird. Die Ergebnisse sind ein wichtiger Test für die Hypothese, dass Modulationshinweise zur Erkennung von Signalen genutzt werden, die die Hüllkurvenkohärenz über Frequenzen hinweg stören.

An den Experimenten nehmen sowohl normalhörende Probanden als auch Probanden mit Hörverlust und Cochlea-Implantat-Träger teil, um periphere (cochleäre) von höheren Prozessen zu entflechten und zu untersuchen, ob die Hinweise Komodulation und interaurale Disparitäten bei den beiden letztgenannten Probandengruppen an Wirksamkeit verlieren. Zusätzlich zu psychoakustischen Untersuchungen und Modellierungen werden EEG-Messungen durchgeführt, um die Ergebnisse mit den psychoakustischen Befunden und Modellvorhersagen zu vergleichen, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Wahrnehmung bei Pegeln oberhalb der Hörschwelle liegt.

Schlagworte

Frequenzübergreifende und beidohrige Verarbeitung, Gehörmodellierung, Hörakustik, auditorische Objekte
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