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E-Government-Studie zeigt: Behörden entwickeln zunehmend eigene E-Government Strategien
E-Government-Studie zeigt: Behörden entwickeln zunehmend eigene E-Government Strategien
von Janet Anders

Die Hochschule Harz hat zusammen mit der Berner Fachhochschule und der Fachhochschule Kärnten sowie dem IT-Dienstleistungsunternehmen Materna GmbH eine Studie zur Wirkung von E-Government in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgeführt. Im Herbst 2015 wurden rund 900 Verwaltungen befragt, von denen insgesamt 16 Prozent teilnahmen. Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass die öffentliche Verwaltung das Thema E-Government zunehmend strategisch angeht, aber der Weg noch lang sein wird, bis die geplanten Maßnahmen umgesetzt sein werden. Die Studienergebnisse werden erstmals am 16. März 2016 auf der CeBIT vorgestellt.

Zusammenfassung der Kernergebnisse
  • Als Treiber für E-Government-Aktivitäten sehen Behörden in erster Linie sich selbst und die Politik, während die gewachsenen Ansprüche der Verwaltungskunden (Bürger und Unternehmen) als Treiber nur eine nachgeordnete Rolle spielen. Dennoch werden als Ziele des E-Governments vor allem in Österreich und der Schweiz nach außen gerichtete Effekte, nämlich die Erhöhung der Qualität  und die Verbesserung der Abläufe für Bürger und Wirtschaft genannt. Deutsche Verwaltungen sehen eher nach innen gerichtete Effekte, wie Zeitersparnis als Ziel des E-Governments.
  •  Mehr als drei Viertel aller deutschen Landes- und Kommunalbehörden haben eine eigene E-Government-Strategie. Zum Befragungszeitraum verfügte allerdings erst ein Fünftel der deutschen Bundesländer über ein eigenes E-Government-Gesetz. Fast zwei Drittel der Länder haben noch kein E-Government-Gesetz, einige sind allerdings bereits dabei, ein Gesetz zu planen. Das E-Government-Gesetz des Bundes wird dadurch seinem Charakter als Motor des E-Governments gerecht, auch wenn es noch ein langer Weg bis zur vollständigen Digitalisierung der Verwaltung ist.
  •  Im Ländervergleich platziert sich bei der Frage der heute umgesetzten E-Government-Services Österreich vor der Schweiz, gefolgt von Deutschland. Nur die Geo-Referenzierung und die elektronische Akte sind bei mehr als der Hälfte der befragten deutschen Verwaltungen im Einsatz, elektronische Amts- und Verkündungsblätter sowie elektronische Bezahlfunktionen immerhin noch bei knapp der Hälfte der Verwaltungen.
  • Die größte Planungs- und Entwicklungspotenzial finden sich in den Verwaltungen bei der E-Rechnung, der Prozessoptimierung von E Government, der Eröffnung eines De-Mail-Zugangs (nur D) sowie beim elektronischen Identitätsnachweis. Mehr als die Hälfte der Verwaltungen planen diese E-Government-Elemente in der Zukunft einzusetzen.
  • Zentrale Herausforderungen bei der Einführung von E-Government-Prozessen bleiben der demografische Wandel und die Akzeptanzprobleme innerhalb der eigenen Verwaltung. Knappe Personalressourcen sowie der Erhalt und Ausbau von Know-how stellen Behörden vor große Herausforderungen. Deshalb besteht bei vielen Behörden ein steigender Aus- und Weiterbildungsbedarf, um für die Herausforderungen der künftigen digitalen Verwaltung gerüstet zu sein. Weitere Erschwernisse liefern die vielerorts noch fehlenden gesetzlichen Rahmenbedingungen und finanziellen Ressourcen.
  • Drei Viertel der Befragten wünschen sich eine besser vernetzte Verwaltung. Ein Mehr an Kooperationen der Verwaltungen untereinander würde die Effizienz der E-Government-Angebote erhöhen, aber auch die Akzeptanz sowohl bei Verwaltungsmitarbeitern als auch bei Verwaltungskunden fördern.

Vorträge zur Studie auf der CeBIT:
 Mittwoch, 16. März 2016 10:00 - 10:45 Uhr im Forum Public Sector Parc, Halle 7
Mittwoch, 16. März 2016 13:00 - 13:30 Uhr im Forum Marktplatz Kommune, Halle 7

weitere Informationen :
Studienwebseite