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Wissensgeschichte planstädtischer Agglomerationen: Das Beispiel Halle-Neustadt
Finanzierung:
Stiftungen - Sonstige;
1964 gegründet, weist Halle-Neustadt eine sequenzielle Doppelgeschichte auf: 25 Jahre DDR-Stadt und fast 25 Jahre Stadt(teil) im neuvereinten Deutschland. Im Zuge dessen wurde Halle-Neustadt zum doppelten Prototyp: erst der geplant expandierenden sozialistischen Stadt in der DDR und hernach der ungeplant schrumpfenden Stadt in Ostdeutschland. Beides war bzw. ist verbunden mit zwei verschiedenen symbolischen Stadtkonstruktionen, die an Halle-Neustadt adressiert wurden/werden. Die erste zielte auf die Realisierung eines “sozialistischen Wohnkonzepts” und einer “sozialistischen Lebensweise”. Die zweite zielt auf einen produktiven Umgang mit der Schrumpfung. Eine Ansiedlung wird erst dann zur Stadt, wenn sie ein Eigenleben entfaltet, das identitätsbildend wirkt. Hierzu gehört unter anderem, dass die Stadt ‚sich selbst denkt’. Mit den Inhalten dessen befasst sich das Projekt, d.h. mit dem Ideenhaushalt Halle-Neustadts, mit der Geschichte und Gegenwart der auf Identitätsbildung zielenden Vorstellungen, die der Stadt entweder von außen angesonnen oder in ihr und durch sie produziert wurden bzw. werden – und wie damit umgegangen wurde bzw. wird. Der Bogen ist zu spannen von der “Sozialistischen Stadt der Chemiearbeiter” zum – wie das hallesche Thema im Rahmen der IBA “Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010″ lautete – “Balanceakt Doppelstadt”.

Die zentrale Publikation "50 Jahre Streitfall Halle-Neustadt. Idee und Experiment. Lebensort und Provokation" wurde gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und die Hans-Böckler-Stiftung.

Schlagworte

Doppelgeschichte, Halle-Neustadt, Planstadt, Plattenbau
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