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Wahrnehmung musikalischer Harmonien mit dem Cochlea-Implantat
Projektbearbeiter:
Marie Knobloch
Finanzierung:
Industrie;
Während viele Träger eines Cochlea-Implantats (CI) im Alltag geringe Probleme beim Sprachverstehen haben, berichten sie häufig über einen unnatürlichen und unangenehmen Klang von Musik. Schwierigkeiten beim Hören von Musik differenzieren sich dabei in mangelnde Hörerfahrung durch die lange Ertaubung einerseits und Verfälschung des Klanges durch die Signalübertragung auf den Hörnerven andererseits. Letztere äußert sich zum Beispiel in einer wenig behinderten Wahrnehmung von Rhythmen, wogegen spektral bestimmte Parameter wie Tonhöhe und Instrumentenklang stark beeinträchtigt sind. Wenig untersucht ist bisher die Wahrnehmung von Dissonanz sowie harmonischer Entwicklung mit dem CI. Diese Parameter sind für das intuitive Verständnis von Musik jedoch ebenso wichtig wie Melodie oder Rhythmus.
In diesem Projekt wird zum einen untersucht, in wie weit gewöhnlich konsonant oder dissonant wahrgenommene Akkorde mit dem CI ähnlich eingeordnet werden wie von Normalhörenden. Zum anderen wird die Wahrnehmung von Kadenzen, also bestimmten Folgen von Akkorden, auf denen die harmonische Entwicklung der fast aller Musikstücke unserer Kultur beruht, untersucht. Eine gewöhnliche Kadenz ruft auch bei musikalisch wenig vorgebildeten normalhörenden Personen das Empfinden eines Abschlusses oder einer musikalischen Entspannung hervor, während Verletzungen der Folge als unbefriedigend oder nicht abschließend empfunden werden, vergleichbar einer falschen Syntax im Satzbau. Hier ist zu klären, ob diese implizite Wahrnehmung von Spannung und Entspannung mit dem CI ebenso möglich ist.

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Hörschädigung
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