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Wahl des Nierenersatzverfahrens: Teilhabe, Lebensqualität und ökonomische Konsequenzen (CORETH-Projekt)
Projektbearbeiter:
Dipl.-Psych. Dr. Maxi Robinski
Finanzierung:
Bund;
Äquivalenzstudien zur Mortalität zeigen eine Gleichwertigkeit von Hämo (HD)- und Peritonealdialyse (PD). Trotzdem fällt die Wahl bei nur 5 % der Patienten, die aus medizinischer Sicht für beide Verfahren in Frage kommen, auf die PD als Heimverfahren. Zahlreiche vergleichende Arbeiten beschäftigen sich mit dem Einfluss des Dialyseverfahrens auf die Lebensqualität der Patienten, auf psychische (Depression, Angst) oder kognitive (Gedächtnis, Exekutivfunktionen, Aufmerksamkeit) Beeinträchtigungen, auf die Zufriedenheit mit dem Nierenersatzverfahren, auf sozioökonomische Faktoren sowie auf Kosten der Versorgung. Dabei wird die Behandlungsmodalität (HD vs. PD) implizit als feststehender Faktor angenommen, dessen Einfluss auf klinische Outcomes betrachtet wird. Dialysepatienten unterscheiden sich von anderen Patientenkollektiven aber gerade dadurch, dass sie in den meisten Fällen die Wahl in Bezug auf die Art ihrer Behandlung haben. Der Einfluss der psychosozialen Situation der Patienten auf die Entscheidung für ein bestimmtes Verfahren und damit eine invertierte Betrachtungsweise sind in der bisherigen Erforschung des ungleichen Verhältnisses HD vs. PD eher unterrepräsentiert. Mit vertiefendem Blick auf das soziale Netzwerk, die soziale Unterstützung und die soziale Rollenfunktion der Betroffenen wird die CORETH-Studie eruieren, wie diese Faktoren die Entscheidung für ein bestimmtes Dialyseverfahren beeinflussen. Im Rahmen einer multizentrischen Ein-Jahres-Verlaufsstudie sollen dazu in ca. 60 kooperierenden Dialysezentren in Deutschland bis zu 1200 Patienten (HD vs. PD) zu zwei Messzeitpunkten (T2 = Baseline T1 + 12 Monate) befragt werden. Neben psychosozialen Größen werden außerdem die kognitive Leistungsfähigkeit der Befragten, die gesundheitsbezogene Lebensqualität, das Shared Decision Making zwischen Arzt und Patient sowie ökonomische Konsequenzen des gewählten Dialyseverfahrens analysiert. Mit Hilfe von randomisierten Gruppenvergleichen, Propensity Score Matching und unter Kontrolle von Confoundern, wie z. B. Komorbidität und Geschlecht, wird der Varianzanteil bestimmt, den die Faktoren bei der Wahl des Nierenersatzverfahrens aufklären. Die Ergebnisse der CORETH-Studie sollen Anhaltspunkte dafür liefern, wie eine optimierte Verfahrenswahl für Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz unter Berücksichtigung individueller psychosozialer Randbedingungen realisiert werden kann.

Schlagworte

Hämodialyse, Partizipation, Peritonealdialyse, Selbstbestimmtheit, chronische Nierenkrankheit

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