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Verbesserung des Erhaltungszustandes von artenreichen Offenland-Lebensraumtypen auf pflegebedürftigen Splitter-/Restflächen und Aufbau einer naturschutzfachlichen Erfolgskontrolle
Projektbearbeiter:
Dr. Alrun Siebenkäs, Vera Senße, Thomas Engst, Daniel Elias
Finanzierung:
EU - ELER Sachsen-Anhalt ;
Verbesserung des Erhaltungszustandes von artenreichen Offenland-Lebensraumtypen auf pflegebedürftigen Splitter-/Restflächen und Aufbau einer naturschutzfachlichen Erfolgskontrolle
Der überwiegende Anteil gefährdeter Offenland-Lebensraumtypen (LRT) ist auf eine extensive landwirtschaftliche Nutzung angewiesen (z. B. LRT 6240* Subpannonische Steppen-Trockenrasen, LRT 6510 Magere Flachland-Mähwiesen). Diese Lebensräume weisen meist sowohl einen großen Artenreichtum (Flora, Fauna) als auch einen hohen Anteil an gefährdeten Arten auf. Gründe für die Gefährdung sind einerseits Nutzungsintensivierung auf produktiveren Flächen und andererseits aktuell insbesondere Nutzungsaufgabe auf Grenzertragsstandorten. Die Einzelflächen gefährdeter Offenland-LRT sind heutzutage zudem häufig sehr kleinflächig. Vielfach handelt es sich hierbei um Relikte ehemals großflächiger Vorkommen. Viele dieser Splitter-/Restflächen liegen bereits seit Jahrzehnten brach oder wurden aus sozioökonomischen Gründen erst kürzlich aus der Nutzung genommen, z. B. weil spezifische Flächen-Charakteristika die Bewirtschaftung erschweren (z. B. steiles Gelände, isolierte Lage). Allerdings weisen diese Kleinstflächen oftmals noch artenreiche Restbestände von Offenland-LRT auf. Es besteht daher dringender Handlungsbedarf um Populationen gefährdeter Arten zu erhalten. Die Lösung der Splitter-/Restflächenproblematik ist demzufolge für den Erhalt der Biodiversität in Sachsen-Anhalt von zentraler Bedeutung.

Das Vorhaben gliedert sich in zwei Teilprojekte:

Teil A: Bewertung laufender Pflegemaßnahmen (Ziegen- und Mischbeweidung) auf Kleinstflächen mit artenreichen Xerothermrasen am Beispiel des Unteren Saaletals und Wissenstransfer in die landesweite Praxis (u. a. Realisierung Buchprojekt Praxisleitfaden Ziegenbeweidung , Durchführung überregionaler Workshop).

Im Rahmen des Teilprojektes soll die Erfolgskontrolle auf bestehenden Ziegenweideflächen im Unteren Saaletal fortgesetzt werden. Aufgrund von langjähriger Nutzungsauflassung waren diese Flächen vor Beweidungsbeginn durch erhebliche Pflegedefizite gekennzeichnet (Vergrasung, Verfilzung, insbesondere Verbuschung), wodurch die vorhandenen LRT-Flächen bereits deutlich degradiert waren, sowie die Gefahr des lokalen Aussterbens von Populationen seltener Arten bestand. Zwar liegen positive Entwicklungen hinsichtlich sich reduzierender Gehölzbestände auf Ziegenweiden im Unteren Saaletal vor, jedoch weisen viele Gehölze nach wie vor ein hohes Regenerationspotenzial auf (v. a. über Wurzelausschläge). Die Durchführung des Monitorings ist auch deshalb notwendig, weil Ziegen-Rotationsweiden in zunehmendem Maße zur Beweidung von verbuschten Xerothermstandorten eingesetzt werden, aber immer noch Zweifel bestehen, ob die typischen und insbesondere die naturschutzfachlich wertvollen Arten auf lange Sicht profitieren. Weiterhin bestehen erhebliche Wissensdefizite hinsichtlich der Eignung weiterer robuster Nutztierrassen (z. B. Fjordpferde, Highland Cattles), die in Kombination mit Ziegenbeweidung auf tiefgründigeren und weniger stark geneigten Standorten eingesetzt werden können.

Teil B: Wiederherstellung und Pflege von artenreichen Offenland-LRT auf pflegebedürftigen Splitter-/Restflächen in drei Modellregionen (Landkreise Börde, Harz, Wittenberg).

Im Rahmen dieses Teilprojektes soll auf Grundlage vorhandenen Datenmaterials (z. B. LRT-Kataster, Managementplanung) in enger Zusammenarbeit mit regionalen Behörden (LAU, UNB) und Experten (z. B. Botanischer Verein Sachsen-Anhalt) ein Flächenpool von artenreichen Splitter-/Restflächen ermittelt und evaluiert werden. Darüber hinaus sollen ausgewählte Pflegeprojekte auf prioritären Pflegeflächen in den Modellregionen initiiert und umgesetzt werden. Abschließend soll darüber hinaus ein Konzept für eine generelle Lösung in Sachsen-Anhalt für artenreiche Pflegeflächen vorgelegt werden.

Schlagworte

Erhaltungszustand, Offenland

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