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Validierung eines komplexen fußballspezifischen und fußballunspezifischen Tests
Projektbearbeiter:
Marco Hartmann, Dipl.-Sportl. David Fischer, Dipl.-Sportl. Marcus Darmochwal, Thomas Diedrich
Finanzierung:
Haushalt;
Hintergrund: Assessments in der Fußballleistungsdiagnostik (FLD) fehlt es zumeist an Fußballspezifik und Komplexität. Test- und Wettkampfleistung werden zudem, obwohl vorliegend(!), nur selten zum Zwecke der Validierung miteinander in Beziehung gesetzt. Infolgedessen findet sich aktuell in der Literatur kein validierter fußballspezifischer Komplextest.Fragestellung: Ziel der Studie war es, einen Fußballspezifischen Komplextest (FBKT) und einen Sprinttest (ST) prospektiv anhand der Goldstandards Wettkampf-leistung, Trainereinschätzung und Ligazugehörigkeit (Saison 2012/2013) zu validieren.Methodik: Ein Team der 4. Liga (n=14) wurde in der Vorbereitung auf die Rückrunde 2011 mittels FBKT und ST getestet. Anschließend wurde die Wettkampfleistung der Spieler in 17 Spielen der Rückrunde 2011 mittels Videoanalyse erfasst und mit den Testleistungen in Beziehung gesetzt (z. B. Passquote, Tore, Zweikampfverhalten). 18 Monate später wurde die Ligazugehörigkeit ermittelt und die getesteten  Spieler vom Trainer beurteilt.Ergebnisse: Seitens der Wettkampfleistung erwies sich die Spielzeit als der geeignetste Goldstandard. Gesamtzeit (GZ) und Bestzeit (BZ) aus dem ST lieferten die größten Varianzaufklärungen (50%, 46%) bezüglich der Spielzeit. Hinsichtlich des FBKT erzielten die Parameter „Summe aller linearen Sprints“ (24%) und die „Gesamtzeit aller Handlungsfolgen mit Strafzeit in Runde 2“ (22%) die größten Varianzaufklärungen. Das Trainerranking generierte signifikante Odds Ratios zur BZ im 20m-ST (OR=6,5; KI: 3,2–5,2*1015; p=0,037) und zur GZ des Tempodribblings (TD) (FBKT) (OR=1,3; KI: 1,2–199,5; p=0,036) aus einem Proportional-Odds Modell. Bezüglich der Ligazugehörigkeit ließen sich die BZ (OR=15,8; KI: 2,16–115,4; p=0,007) und die GZ (OR=3,28; KI: 1,31–8,21; p=0,011) des ST sowie die GZ des TD aus dem FBKT (OR=1,3; KI: 1,01–1,61; p=0,044) als valide Faktoren ermitteln.Schlussfolgerung: Die Studie zeigte, dass fußballspezifische Tests nicht per se aufgrund ihrer größeren logischen Validität auch seitens der Konstruktvalidität fußballunspezifischen Tests überlegen sind. Jedoch beschränkt sich ihre Aussagekraft nicht nur auf die Leistungsbeurteilung. So liefert der FBKT auch konkrete Hinweise für die Trainingssteuerung. Seine geringe Validität ist u.U. auf die geringe Leistungsfähigkeit der Spieler in fußballspezifischen Handlungsfolgen (Flanken, Torschüsse) zurückzuführen, die eine Differenzierung der Spieler stark einschränkte.

Schlagworte

Fußballspezifische Leistungsdiagnostik, Testentwicklung, Validität

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2013
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2011
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