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Transdisziplinäre Förderung der Screening-Teilnahme bei Personen mit familiär erhöhtem Risiko für kolorektale Karzinome
Projektbearbeiter:
Dr. Stephanie Boese, Doreen Grund
Finanzierung:
Bund;
Hintergrund:Kolorektale Karzinome (ICD-10 C18-C20) sind mit insgesamt rund 73.000 Neuerkrankungen und über 26.000 Todesfällen jährlich die zweithäufigste Krebstodesursache in Deutschland. Bei Verwandten ersten Grades (Eltern, Geschwister, Kinder) von Patienten mit kolorektalem Karzinom ist das Risiko, auch an einem kolorektalen Karzinom zu erkranken um ein 2 bis 4faches erhöht [1]. Sie stellen damit ein Risiko- und Hochrisiko-Kollektiv dar, bei dem die Teilnahme zu Früherkennungsmaßnahmen von besonderer Bedeutung ist. Die Vorsorgekoloskopie stellt dabei ein sehr zuverlässiges Verfahren dar, um Darmkrebs in einem frühen und weitgehend heilbaren Stadium zu erkennen. Bisher nehmen aber in Deutschland über das 10-Jahres-Screeningintervall betrachtet nur etwa 20-30% der anspruchsberechtigten Bevölkerungsgruppe diese Möglichkeit der Früherkennung wahr [2-4].

Ziel:Die FAMKOL-Studie zielt darauf ab, die bisherige Teilnehmerrate bei erstgradig Verwandten von Darmkrebspatienten an der Vorsorgekoloskopie auf 50% zu verdoppeln. Aus den Erkenntnissen der Studie sollen evidenzbasierte Empfehlungen zur Qualitätssicherung von Informationsangeboten und Effektivitätssteigerung primärpräventiver Maßnahmen bei Darmkrebs generiert werden.
Design und Methode:In einer bundesweiten prospektiven, cluster-randomisierten Studie mit längsschnittlichem Design soll an überwiegend DKG-zertifizierte Darmkrebszentren (DKZ) eine nicht-ärztliche, barrierenbezogene Beratungsintervention umgesetzt werden. Insgesamt sollen 492 Verwandte ersten Grades von Patienten mit diagnostiziertem kolorektalem Karzinom in die Studie eingeschlossen werden. Jeweils 246 Patienten werden dafür den beiden Studienarmen Interventions- und Kontrollgruppe zugeordnet.
Ergebnisse:Es wird erwartet, dass sich der Anteil der erstgradig Verwandten von Darmkrebspatienten, die die Möglichkeit einer Vorsorgekoloskopie in Anspruch nehmen, durch die entwickelte Beratungsintervention auf 50% verdoppelt. Infolge dessen wird erwartet, dass im untersuchten Kollektiv 8% mehr fortgeschrittene Adenome bzw. kolorektaler Karzinome aufgedeckt werden können. Des Weiteren können durch die Erkenntnisse der Studie Faktoren identifiziert werden, die die Bereitschaft zur Vorsorgekoloskopie beeinflussen und somit Strategien zum optimalen Umgang mit diesen in der Regelversorgung abgeleitet werden. Die Erfassung des Komplikationsspektrums lässt bevölkerungsbezogene Aussagen zu Nebenwirkungen der Vorsorgekoloskopie und die Sicherheit dieser Untersuchungsmethode zu.

Schlagworte

Nationaler Krebsplan, Screening, kolorektale Karzinome
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