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Das Thema in der tänzerischen Gestaltung. Die Analyse einer themengebundenen Bewegungsgestaltung als Vorbereitung für komplexe Kompositionsprozesse
Projektleiter:
Finanzierung:
Land (Sachsen-Anhalt) ;
Ausgangspunkte und Hypothesen: Die Untersuchung stellt das Feld der themengebundenen Bewegungsgestaltung (TBG) in der Tanzpädagogik hinsichtlich einer Kategorienbildung  und Systematikentwicklung in den Mittelpunkt. Die Bewegungsgestaltung ist in der Tanzpädagogik dem Lehrgebiet Improvisation zuzuordnen, welche als Lehrmittel und Kompositionsmethode zur Anwendung kommt. Sie zeichnet sich durch einen verstärkten Lerncharakter mit festlegbaren motorischen Operationen aus. Ausgehend von Beobachtungen und Literaturrecherche stellt sich die Frage: Welchen Anforderungen muss ein Thema zur Anwendung in der TBG gerecht werden? Ich behaupte, dass die Entscheidung für eine Themenwahl Auswirkung auf die Qualität des tänzerischen Produktes und auf die aktive Teilnahme des Tänzers am Gestaltungsprozess hat. Durch eine entsprechende Themenwahl kann dem Tänzer ein Zugang zum Produkt ermöglicht werden, in welchem er sich authentisch präsentiert und seine körpersprachlichen Möglichkeiten voll ausschöpft.   Theoretischer Hintergrund: Der Tanz ist ein äußerst komplexes Phänomen, welches nach Klein (2005) aus einer Synthese verschiedener Medien zu beschreiben ist. (Körper, Raum, Zeit, semiotisches Informations- und Kommunikationsmedium) Er kann nur über das Medium Körper seine Wirksamkeit entfalten. Im Verlaufe seiner Entwicklung hat der Tanz verschiedene Körper-Konzepte hervor gebracht, welche die soziale und kulturelle Rahmung des Mediums in der tänzerischen Praxis veranschaulichen. Ich verfolge in meiner Dissertation den Ansatz, welcher sich aus der Ausdruckstanzbewegung der 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entwickelt hat. Demnach wird der Körper als Medium der Darstellung einer inneren Haltung gedacht, welche die Bedeutungsvermittlung über den Tanz auf realistische Weise impliziert. Der Arbeitsprozess einer TBG stellt eine qualifizierte Form des Gestaltungslernens dar und ist am Übergang zu Kompositionsprozessen anzusiedeln. Eine grundlegende Theorie darüber im Sinne eines Lehrwerkes existiert nicht und lässt vermuten, dass eine thematische Bewegungsarbeit in der Praxis beliebig und unsystematisch angewandt wird. Arbeitsthemen und Methoden zur tanzkünstlerisch-gestalterischen Bearbeitung werden scheinbar von einer Tänzergeneration zur Nächsten weitergegeben.     Forschungsdesign: Zur Durchführung der Untersuchung werden leitfadengestützte Interviews mit Experten der deutschen Tanzszene durchgeführt. Die Experten werden nach Kriterien ausgewählt, welche im Ergebnis der Literaturarbeit aufgestellt wurden. Die Literaturrecherche wird durch eine Sichtung von archivierten Unterrichts- und Choreographieaufnahmen vervollständigt. Die Interviews werden mit der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet.

Anmerkungen

Promotionsvorhaben

Schlagworte

Bewegungsgestaltung, Tanzpädagogik
Kontakt

Peggy Meyer-Hansel

Hochschule Merseburg

Soziale Arbeit, Medien, Kultur

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