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Technikgestützte Pflege-Assistenzsysteme unter dem starker demografischen Wandel in Sachsen-Anhalt
Finanzierung:
Fördergeber - Sonstige;
Die weit über 100 marktverfügbaren Technologien im Bereich Ambient Assisted Living (AAL) reichen von Sicherheitssystemen für Privatwohnungen über vernetzte Erfassungssysteme von Vitalparametern bis hin zu intelligenten Sturzdetektoren. Einerseits haben Assistenzsysteme ein hohes rehabilitives Potenzial, denn sie können soziale Teilhabe im hohen Alter ermöglichen. Andererseits nutzen nur vergleichsweise wenige ältere Menschen AAL. Gründe hierfür liegen unter anderem in Berührungsängsten gegenüber Technik aber auch in altersunfreundlicher Gestaltung der AAL-Schnittstellen. Digitalisierte Informationen in ?Technik-Black-Boxes? und komplexe Software-Hierarchien bilden für ältere Menschen mit typischen kognitiven und physiologischen Abbauerscheinungen scheinbar unüberwindbare Nutzungsbarrieren. Das hier vorgestellte inter- und transdisziplinäre Projekt möchte Faktoren identifizieren, die die Technikakzeptanz älterer Menschen beeinflussen. Dabei sollen nicht nur die Ansprüche der älteren Nutzer berücksichtigt werden, sondern auch Anforderungen, die professionelle Pflegedienstleister stellen. Zur Verwirklichung eines bedarfsgerechten AAL-Szenarios arbeiten die Fachbereiche Rehabilitationsmedizin, Psychologie, Industriedesign, Pflegewissenschaft und Informationstechnologie (IT) eng zusammen. Praxispartner aus den Bereichen Geriatrie, IT und Wohlfahrt gewährleisten Transdisziplinarität. Im Projektverlauf werden wir AAL-Schnittstellen gestalten, welche unter anderem mit Anreizfunktionen für Reha-Maßnahmen (z.B. Token-Systeme) aber auch mit sozialen Interaktionsfunktionen (z.B. Telekommunikation) ausgestattet sind. Wir planen, Lösungen so zu gestalten, dass sie auch für Menschen mit Gehstützen oder Rollstuhlfahrer benutzerfreundlich und motivierend sind. Um die Akzeptanz verschiedener Konzeptionen zu vergleichen soll ein grafisches und ein tangibles Interface entwickelt werden. Die erste Evaluation erfolgt im Rahmen bedarfsanalytischer Nutzerinterviews, be i denen die Probanden anschauliche Bilder der Schnittstellen sehen und bewerten. Teilnehmer der Studien sind 70 Jahre oder älter, weisen typische Mobilitätseinschränkungen auf und stehen an der Grenze zwischen ambulantem und stationärem Pflegebedarf. Ihre Erwartungen, Wünsche und Bewertungen von AAL-Mock-Ups bilden die Basis für die Weiterentwicklung von Prototypen. Die Benutzerfreundlichkeit dieser Technologien wird im Rahmen von Testreihen und Aufgabensimulationen mit den Probanden verbessert. Vernetzbarkeit und Integrierbarkeit der AAL-Schnittstellen in das persönliche Wohnumfeld und den ambulanten Pflegealltag werden in einem Usability Lab getestet. Ziel ist, bis Juni 2013 realistische AAL-Szenarien zu entwickeln und so zu optimieren, dass sie Pflegedienstleistern und ihren älteren Klienten akzeptiert und nachhaltig genutzt werden.

Schlagworte

Assistenzsysteme für häuslichen Alltag, Geriatrische Versorgung, seniorengerechte Technik
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