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Systematischer Review auf der Grundlage von individuellen Patientendaten: Intraaortale Ballongegenpulsation (IABP) bei Patienten mit akutem Myokardinfarkt und kardiogenem Schock
Finanzierung:
Bund;
Das myokardiale Pumpversagen mit anschließender Entwicklung eines kardiogenen Schocks stellt bei hospitalisierten Patienten mit akutem Myokardinfarkt die wesentliche Todesursache dar. IABP ist das am häufigsten eingesetzte Herz- Kreislaufunterstützungssystem in dieser Patientengruppe. Vor dem Hintergrund einer Klasse-I-Empfehlung bei eingeschränkter Evidenz wurde im Rahmen eines systematischen Review die Effektivität und Sicherheit einer IABP bei Patienten mit akutem Myokardinfarkt und kardiogenem Schock untersucht. Die Vorgehensweise im Review basiert auf dem im BMBF-Antrag und in der Cochrane Library publizierten Protokoll. Sechs relevante und zwei laufende Studien wurden aus 1409 potenziell relevanten Literaturstellen identifiziert. Drei Studien verglichen den Einsatz der IABP mit einer Standardbehandlung und drei Studien mit alternativen Herz- Kreislaufunterstützungssystemen (LVAD). Daten von 190 Patienten mit akutem Myokardinfarkt und kardiogenem Schock wurden in die Metaanalyse einbezogen. 105 Patienten wurden mit einer IABP behandelt und 85 Patienten dienten als Kontrollen. Die gewichteten Hazard Ratios und deren 95 % Konfidenzintervall für das Kurz- und Langzeitüberleben (1.01, 95 % KI 0.62-1.65 und 0.93, 95 % KI 0.49-1.77) geben keinen Hinweis auf einen Überlebensvorteil durch den Einsatz der IABP. Die Überlebensraten waren bei Patienten in den drei Behandlungsgruppen (ohne LVAD, mit Einsatz der IABP und bei Einsatz alternativer LVAD) vergleichbar. Dagegen konnten Unterschiede in den hämodynamischen Messwerten zwischen diesen drei Behandlungsgruppen nachgewiesen werden. In Hinblick auf eine Erhöhung des Herzindex durch die IABP konnte eine Überlegenheit der IABP gegen Standardbehandlung ohne IABP jedoch auch eine Unterlegenheit der IABP gegenüber alternativen LVAD nachgewiesen werden. Patienten mit IABP wiesen einen signifikant höheren mittleren Verschlussdruck der Pulmonalarterien im Vergleich zu Patienten der Kontrollgruppen auf. Dagegen litten Patienten mit alternativen LVAD häufiger an gerätespezifischen Komplikationen wie moderaten oder starken Blutungen, Bein-Ischämien oder Infektionen. Mit der Evidenz aus randomisierten Studien kann ein positiver Effekt auf hämodynamische Parameter der Patienten, jedoch nicht auf deren Mortalität oder Morbidität nachgewiesen werden. Das Manuskript für den Review wurde zum Reviewprozess bei der Cochrane Library eingereicht.

Schlagworte

Biometrie, Epidemiologie, Systematische Übersichtsarbeit, biometrische Analyse, biometrische Unterstützung, epidemiology
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