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Selektive Enkodierung und emotionale Interferenz
Finanzierung:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ;
Es ist bekannt, dass der emotionale Kontext, in dem ein visuelles Ereignis präsentiert wird, die Verarbeitung dieses Eeignisses beeinflussen kann. Neue Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren zeigen, dass ein solcher Effekt auch eintreten kann, wenn das Ereignis räumlich selektiv wahrgenommen wird, die emotionalen Distraktoren also ausserhalb der attendierten Region des Gesichtsfelds liegen und nicht bewusst registriert werden. Eine Erklärung dafür ist, dass die Antwort der Amygdala auf emotionale visuelle Reize obligatorisch, unabhängig von der räumlich-attentionalen Manipulation erfolgt und die attentionale Verarbeitung visueller Merkmale in bestimmen Hirnarealen additiv verändert. Unbekannt ist, ob dieser Zusammenhang zwischen räumlicher Aufmerksamkeit und Emotionen auch für das episodische Gedächtnis gilt, insbesondere, ob die Enkodierung räumlich attendierter Ereignisse durch emotionale Distraktoren verändert wird. Aus fMRI und EEG Untersuchungen ist bekannt, dass Aktivierungen in temporomesialen und frontalen Regionen Prädiktoren für die spätere Abrufleistung sind (sog. Dm Effekt, difference based on subsequent memory performance). Die Frage lautet daher: Welche Effekte haben emotionale Distraktoren auf die räumlich-kontrollierte episodische Enkodierung, genauer: werden der temporomesiale und frontale Dm Effekt bezüglich räumlich selektierter Stimuli durch emotionale Distraktoren beeinflusst? In den hier geplanten Untersuchungen soll bei gesunden Probanden und bei Patienten mit Läsionen in präfrontalen und temporomesialen Regionen der Einfluss von Bildern mit positiver oder negativer emotionaler Qualität auf die Enkodierung selektiv attendierter Ereignisse mittels bildgebender und elektrophysiologischer Verfahren untersucht werden. In zwei Experimenten werden emotionale Gesichter (z.B. ängstliche oder fröhliche Gesichter) simultan mit neutralen Zielreizen (Bilder oder Worte) präsentiert mit der Frage, ob und wie die kontrollierte Enkodierung der Zielreize in Bezug auf die spätere Abrufleistung von den (aufgabenirrelevanten) emotionalen Distraktoren beeinflusst wird. Dabei sind neutrale und emotionale Stimuli als Ziel- und Distraktorreize räumlich separat (Experiment 1) oder gemeinsam (Experiment 3) angeordnet oder interferieren als Hinweisreize (Experiment 2).

Schlagworte

Emotion, Enkodierung, limbisch
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