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Die Rolle der Lücken-Dynamik für die Regeneration der natürlichen Fichten-Wälder im Nationalpark Harz
Projektbearbeiter:
Sabine Kammermeier
Finanzierung:
Land (Sachsen-Anhalt) ;
Die Rolle der Lücken-Dynamik für die Regeneration der natürlichen Fichten-Wälder im Nationalpark Harz
Fig. 1: Gap in a near natural spruce forest at Mt. Brocken
In ganz Europa gibt es nur an wenigen Stellen die Möglichkeit, die Regeneration der Vegetation nach natürlichen Störungs-Ereignissen in natürlichen oder naturnahen Picea abies-Wäldern zu beobachten (Abb. 1 und 2). Diese seltene Gelegenheit ist in Sachsen-Anhalt im Nationalpark Harz in der Kernzone am Brocken gegeben. In diesen vergleichsweise artenarmen Fichten-Wäldern soll die Frage untersucht werden, ob, und wenn ja, bei welchen Arten, eine Etablierung vom Auftreten von Lücken in der geschlossenen Vegetationsdecke, bzw. im Kronenraum abhängig ist. Die Haupt-Hypothese ist, dass die durch Störungen entstehenden Lücken im Kronendach die maßgeblichen Regenerationsorte für Pflanzenindividuen darstellen, insbesondere für klonale Arten, wie z.B. für Trientalis europaea oder Calamagrostis villosa, und für seltene Genotypen einer Art, wie die autochthonen Picea abies-Genotypen, die in den Kernzonen des Nationalparks existieren. Um dieser Fragestellung nachzugehen, werden zwei Ansätze verfolgt. Zum einen sollen das Auftreten und die Häufung der Lücken anhand von Luftbildern der letzten 60 Jahre und GIS untersucht werden. Dabei werden die Lücken nach Alter, Größe und Standortsbedingungen stratifiziert und auf ihre Artzusammensetzung hin untersucht. Darüber hinaus werden auch populationsökologische Parameter einzelner Zielarten erfasst. Zum anderen soll die Besiedlung mit autochthonem Fichten-Jungwuchs in den Lücken mittels molekularer Fingerprinting-Methoden analysiert werden (Mikrosatelliten, Mitochondrien- und Plastiden-Marker). Dazu sollen Lücken in der unmittelbaren Nähe von bekannten und kartierten autochthonen Altbäumen ausgewählt werden und der Anteil der Individuen bestimmt werden, deren Mutter autochthone Picea abies-Bäume sind. Die Gelände-Studien werden durch experimentelle Untersuchungen zur Etablierung, zur Frosthärte und der vegetativen Regenerierungsfähigkeit der Ziel-Arten ergänzt.

Schlagworte

Fichtenwald, Lückendynamik, Nationalpark, Picea abies, Trientalis europaea, autochthone Genotypen
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