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Das posturale System in Abhängigkeit von der sportlichen Aktivität
Projektbearbeiter:
Stephan Brehmer, Kuno Hottenrott
Finanzierung:
Fördergeber - Sonstige;
Hintergrund: Die Auseinandersetzung mit Aspekten der posturalen Kontrolle erfolgte bislang vornehmlich vor dem Hintergrund der Aufklärung altersspezifischer Abhängigkeiten und deren Bedeutung für die Alltagskompetenz (Berg, 1989; Campbell et al., 1995; Kirchner, 1994; Johannson & Jarnlo, 1991; Hagemann et al., 1995; Collins et al., 1995). Darüber hinaus finden sich Untersuchungen aus dem Bereich der Neurologie, bei denen verschiedene Störungen des Gleichgewichts unterschiedlicher Genese untersucht wurden (Kohen-Raz et al., 1998; Oppenheim et al., 1999; Kohen-Raz & Roth, 2000). Nur vereinzelt liegen Arbeiten vor, die sich mit der posturalen Kontrolle von Sportlern, insbesondere Leistungssportlern, beschäftigen. Stattdessen wird in der Regel die "Gleichgewichtsfähigkeit" anhand von sportmotorischen Tests überprüft (Gundlach, 1985; Fetz, 1990; Fetz & Hatzel, 1994; Teipel, 1995). Zielstellung: Ziel der Untersuchung war die Evaluierung der Haltungsregulation in Abhängigkeit von der sportlichen Tätigkeit. Methodik: In die Untersuchung wurden 190 Personen aus den Sportarten Handball (n=30), Turnen (n=44), Schwimmen (n=51), Sportschießen (n=31) sowie 34 Vergleichspersonen eingeschlossen (Durchschnittsalter: 15,3 Jahre). Ergebnisse / Schlussfolgerung: In dieser Studie konnte gezeigt werden, dass die Leistungsunterschiede zwischen den Sportlern der einzelnen Sportarten auf Anpassungen im Bereich der posturalen Subsysteme basieren. Die signifikanten Leistungsunterschiede, insbesondere zwischen den Sportschützen und Nichtsportlern, in den Frequenz- und Stabilitätsparametern sind darüber hinaus als Beleg für das große Potential respektive die große Plastizität (Trainierbarkeit) der posturalen Subsysteme im Kindes- und Jugendalter zu bewerten. Allerdings dürfen diese Resultate nicht zum Anlass genommen werden, die "Theorie sensibler Phasen im Kindes- und Jugendalter" zu verifizieren, da diese Untersuchung sich nur auf diesen Altersbereich beschränkte. Es ist zu vermuten, dass in allen anderen Alterbereichen sich ähnliche Ergebnisse ermitteln lassen. Aus trainingswissenschaftlicher Sicht bedeutsam ist die Erkenntnis, dass sich durch intensives, makrozyklisches Training nachhaltige Verbesserungen in den posturalen Subsystemen erzielen lassen.

Schlagworte

Haltungsregulation, Trainierbarkeit

Publikationen

2005
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