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Phonetik und Hörerwirkung des Fremdakzentsyndroms nach Schlaganfall
Projektbearbeiter:
Beate Wendt
Finanzierung:
Haushalt;
Beim sog. "Fremdakzent-Syndrom" handelt es sich um eine seltene Sprachstörung meist nach Schlaganfall. Durch die Unfähigkeit, die phonetischen und phonologischen Kontraste der Muttersprache normgerecht zu realisieren, ist die Sprachproduktion dieser Patienten phonetisch derart verändert, dass sie von ihren Gesprächspartnern als Ausländer wahrgenommen werden. Im Projekt geht es um die auditive und akustische phonetische Beschreibung eines solchen Falles (Fremdakzentsyndrom Russisch) anhand von vorgelesenen und frei formulierten Äußerungen. Die phonetischen Merkmale werden mit denen von deutsch sprechenden russischen Muttersprachlern verglichen. Die Frage ist, ob sich phonetische Charakteristika in den Patientenäußerungen bestimmen lassen, die dem in der kontrastiven Phonetik beschriebenen russischen Fremdsprachakzent im Deutschen ähneln und deshalb zum Eindruck der Fremdheit bei den deutschen Gesprächspartnern führen könnten. Erste Ergebnisse lassen aber vor allem ein diffuses Bild vermuten.Darüber hinaus werden Perzeptionsexperimente mit großen Hörergruppen und leitfadengestützte Interviews mit Einzelhörern durchgeführt. Ziel dieser Untersuchungen ist es, diejenigen sprecherischen Charakteristika zu finden, an denen sich deutsche Hörer bei der Zuordnung der Patientenäußerungen zum Fremdakzent orientieren. Vermutet wird ein zeitlicher Effekt: Je länger die Stimuli sind, mit denen die Hörer konfrontiert werden, um so unsicherer sind sie sich in der Einordnung der gehörten Abweichungen.

Anmerkungen

Kooperation mit Dr. Beate Wendt (Magdeburg)

Schlagworte

Fremdakzentsyndrom, Perzeptionstests, phonetische Merkmale
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