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Neuroökonomische Untersuchung von Verhaltensunterschieden zwischen hypothetischen und realen Auszahlungskonsequenzen in ökonomischen Experimenten
Projektbearbeiter:
Marcus Heldmann, Dipl.-Wirt.-Inform. Ralf Morgenstern, Dipl.-Biol. Claudia Brunnlieb
Finanzierung:
Haushalt;
Ein häufig diskutiertes Thema hinsichtlich ökonomischer Verhaltensexperimente ist die Art von Handlungskonsequenz mit welcher sich Probanden bei der Entscheidungsfindung konfrontiert sehen. Grundsätzlich gilt, dass Entscheidungen gemäß dem Experimentparadigma anreizkompatibel sind, welches indirekt eine Realisierung von Handlungskonsequenzen voraussetzt. Somit sind reale Entscheidungen hypothetischen vorzuziehen. Dennoch ist eine Realisierung von Handlungskonsequenzen nicht immer möglich. In zahlreichen Verhaltensexperimenten konnte bereits gezeigt werden, dass sich hypothetische Entscheidungen durchaus von realen unterscheiden. Für Lotterieentscheidungen beispielsweise wurde eine erhöhte Risikoaversion für reale Entscheidungen aufgedeckt.
In einer EEG-Studie untersuchten wir diesen Verhaltenseffekt hinsichtlich neuronaler Unterschiede, um eine Antwort auf die zugrundliegenden Prozesse bezüglich dieser Verzerrung zu erhalten. Es stellte sich heraus, dass eine Komponente in Verbindung zu kognitiver Kontrolle in der Phase der Entscheidungsvorbereitung eines Individuums eine differenzierte Ausprägung annimmt. Wir konnten zeigen, dass bei hypothetischen Entscheidungen eine höhere Handlungskontrolle durch die Individuen ausgeführt wird. Diese höhere Handlungskontrolle kann entweder eine erhöhte Unsicherheit bezüglich der darauffolgenden Entscheidung oder einen erweiterten Raum an Entscheidungsalternativen widerspiegeln. Dies liefert eine Erklärung für die Verschiebung der Risikoneigung zwischen beiden Experimentsettings.

Schlagworte

Entscheidung unter Risiko, Neuroökonomie

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