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Die Finanzierung von Kapitalgesellschaften im steuerrechtlichen Kontext
Projektbearbeiter:
Berit Mewes
Finanzierung:
Fördergeber - Sonstige;
Im Blickpunkt der Arbeit steht die Finanzierung von Kapitalgesellschaften im Konzernverbund. Sowohl im In- als auch im Ausland ist eine zunehmende Konzernierung empirisch nachweisbar. Im Gesellschaftsrecht gilt der Grundsatz der Finanzierungsfreiheit. Dieser ist auch vom Steuerrecht zu respektieren. Es existiert keine Bestimmung zum betrieblich erforderlichen Eigenkapital. Die Gesellschafter können den Kapitalbedarf der Gesellschaft auch durch die Gewährung von Gesellschafterdarlehen decken. Diese Möglichkeit steht im Mittelpunkt der Untersuchung, wobei lediglich die steuerrechtlichen Aspekte betrachtet werden. Es wird die These vertreten, daß die Finanzierungsfreiheit durch die steuerrechtliche Regelung zur Gesellschafterfremdfinanzierung (§ 8a KStG) eingeschränkt wird.Die Regelung zur Gesellschafterfremdfinanzierung stellt eine Mißbrauchsvorschrift dar, die insbesondere die Verlagerung von Einkünften ins niedrig besteuernde Ausland verhindern soll. Aufgrund ihres komplexen Regelungsinhalts und durch die Neufassung im Zuge des Gesetzes zur Umsetzung der Protokollerklärung der Bundesregierung zur Vermittlungsempfehlung zum Steuervergünstigungsabbaugesetz vom 22.12.2003 verstärkt sich jedoch die Gefahr zusätzlicher Steuerbelastungen.Mit der Arbeit soll nachgewiesen werden, daß die Vorschrift zur Gesellschafterfremdfinanzierung eine aus betriebswirtschaftlicher Sicht sinnvolle Ausstattung von Gesellschaften mit Fremdkapital erschwert bzw. verhindert. Das Augenmerk liegt dabei auf dem seit 1.1.2004 erweiterten Anwendungsbereich (reine Inlandsfinanzierungen, Outbound-Finanzierungen, Beteiligung von Personengesellschaften) des § 8a KStG. Des weiteren soll eine Analyse der Vorschrift aus europarechtlicher Sicht vorgenommen werden. Das Verhältnis der vGA als Rechtsfolge des § 8a KStG zum Rechtsinstitut der vGA i. S. d. § 8 III S. 2 KStG wird untersucht. Ausgehend vom Grundsatz der Finanzierungsfreiheit werden die möglichen Finanzierungsformen sowie ihre Vor- und Nachteile dargestellt. Dabei werden auch die steuerlichen Aspekte erläutert.Es erfolgt die Darstellung der Regelung zur Gesellschafterfremdfinanzierung unter dem Aspekt der Finanzierung bei Vorliegen von Konzernstrukturen. Anschließend werden die Rechtsfolgen insbesondere für den erweiterten Anwendungsbereich des § 8a KStG analy-siert.Nach der Analyse der Rechtsfolgen soll aufgrund der Komplexität der Vorschrift nur zu einzelnen Problembereichen Stellung genommen werden. Dazu gehören die verfassungs- und europarechtliche Komponente. Vor dem Hintergrund der Zielsetzung und der Zweckmäßigkeit der Regelung zur Gesellschafterfremdfinanzierung erfolgt eine ökonomische Analyse des § 8a KStG.Es sollen Gestaltungsalternativen aufgezeigt werden, die die Anwendung der genannten Vorschrift vermeiden.

Schlagworte

Gesellschafterfremdfinanzierung, Konzernstrukturen, Steuerrecht, ökonomische Analyse
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