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Das Familienbuch des Werner Overstolz. Historische Einordnung, Kommentar und Edition (von der Höh)
Projektbearbeiter:
Marc von der Höh
Finanzierung:
Haushalt;
Eine der wichtigsten Quellen zur Sozial- und Kulturgeschichte des spätmittelalterlichen Kölns wird hier erstmals für die stadtgeschichtliche Forschung erschlossen. Dieses sogenannte Familienbuch eine Mischung aus früher Autobiographie, Familiengeschichte und Hausbuch bietet einen faszinierenden Einblick in die Lebenswelt eines spätmittelalterlichen Kölner Patriziers. Der Deutschordensritter Werner Overstolz ließ in der heute im Historischen Archiv der Stadt Köln aufbewahrten Handschrift unterschiedlichste Informationen für seinen Sohn Wigant, den letzten des einst mächtigen Geschlechts, zusammenstellen. Neben genealogischen Einträgen und erzählenden Passagen zur Familiengeschichte finden sich hier Beschreibungen der Wappen und Grablegen der Vorfahren und Verwandten, sowie detaillierte Angaben zu den Stiftungen der Familie in den Kölner Kirchen. Grundlage für die historische Interpretation des Textes ist eine akribische kodikologische und paläographische Analyse der Handschrift. Die hierbei erhobenen Befunde liefern wichtige Hinweise auf die Entstehungsgeschichte und die originale Zusammensetzung der durch unsachgemäße Neubindung verfälschten Quelle. Die Arbeit bietet neben der Edition des Textes und einem ausführlichen historischen und hilfswissenschaftlichen Kommentar eine Interpretation dieser Quellen im größeren kulturgeschichtlichen Rahmen städtisch-patrizischer Repräsentations- und Erinnerungspraxis. In einzigartiger Weise können anhand des Overstolzenbuches die in den letzten Jahren oft eher auf theoretischer Ebene formulierten Zusammenhänge zwischen sozialem Status und materieller Kultur nachvollzogen werden, wie sie sich etwa in der Ausstattung von Grab- und Familienkapellen in der spätmittelalterlichen Stadt zeigen.

Schlagworte

Familienbuch, Werner Overstolz
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