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Evangelische Schulen in Ostdeutschland
Projektbearbeiter:
Eva Finkenstein
Finanzierung:
Fördergeber - Sonstige;
Schätzungsweise 40% der Schülerinnen und Schüler an ostdeutschen evangelischen Schulen sind konfessionslos (vgl. Frank/Schwerin 2008: 8). Was kennzeichnet das evangelische Schulprofil aus ihrer Sicht und aus der ihrer Eltern? Wie erleben sie seine religiöse Dimension im Schulalltag? Das Dissertationsprojekt rekonstruiert Deutungsmuster konfessionsloser Akteur_innen an evangelischen Schulen anhand von qualitativen Interviews. Hintergrund ist der konzeptuelle Anspruch der Schulen, religiöse Erfahrungen zu ermöglichen (vgl. Kirchenamt der EKD 2008: 22), der die Forschungsliteratur zu evangelischen Schulen prägende Profilierungsdiskurs sowie der Mangel an empirischen Daten zur Realität evangelischer Schulen in Ostdeutschland (vgl. Scheunpflug 2011: 405ff.).
Hintergrund und Erkenntnisinteresse
Ostdeutschland gehört zu den am stärksten säkularisierten Gebieten der Welt: 23% der Ostdeutschen sind Mitglied einer Kirche, während sich etwa 50% als "Atheisten" beschreiben (vgl. Pollack/Rosta 2015: 333; Wohlrab-Sahr et al. 2009: 13). Gleichwohl sind in der Region seit der Wiedervereinigung zahlreiche evangelische Schulen entstanden. Es stellt sich die Frage, wie sie im konfessionslosen Kontext ihr christliches Profil realisieren - insbesondere den Anspruch, religiöse "Erfahrungsräume" (Scheunpflug 2014: 180) zu ermöglichen. Mit diesem Erkenntnisinteresse schließt die Studie zugleich an die Forderung nach empirischen Daten zur evangelischen Schulpraxis an. Während bereits vorliegende Untersuchungen zum evangelischen Profil in Ostdeutschland (vgl. Müller 2016, Keßler 2017) die Schulkultur als solche in den Blick nehmen, stehen hier das christliche Profil als solches und speziell die Partizipation konfessionsloser schulischer Akteur_innen daran im Mittelpunkt.
Zugang
Ausgangspunkt der empirischen Untersuchung ist die theologisch und wissenssoziologisch fundierte Prämisse, dass das christliche Profil durch einen Prozess von Aneignung, Interpretation und Neu-Deutung seitens der schulischen Akteur_innen konstituiert ist. Es handelt sich also um ein soziales und kommunikativ-reflexives Phänomen, das von den Beteiligten alltäglich "hergestellt" wird. Um die Teilhabe konfessionsloser Schüler_innen und Eltern an diesem Prozess zu untersuchen, werden im Umfeld verschiedener evangelischer Schulen in Ostdeutschland problemzentrierte bzw. diskursive, semistrukturierte Interviews geführt und interpretiert (vgl. Witzel 1985: 227-255). Heuristischer Zugang ist das Konzepte des sozialen Deutungsmusters (vgl. Oevermann 2011), anhand dessen typisierbare Aneignungen und Deutungen rekonstruiert werden. Zur Auswertung dient ein codierendes Verfahren, das sich Prinzipien der konstruktivistisch interpretierten grounded theory bedient (vgl. Hohage 2016: 108-125).
Forschungsfragen sind u.a.: Was kennzeichnet aus Sicht konfessionsloser Schüler_innen und Eltern das evangelische Profil? Wie erleben sie die christlich-religiöse Dimension des Profils? Welche Erfahrungen mit christlicher Religiosität machen sie im schulischen Kontext? Wie partizipieren sie an der schulischen christlich-religiösen Kommunikation? Wie erleben sie sich selbst als konfessionslos im schulischen Rahmen, wie erleben sie sich als konfessionslos wahrgenommen?
Die Forschungsarbeit wird von der Evangelischen Schulstiftung der EKD gefördert.
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