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Entwicklung von unten ? Armutsorientierte Regionalentwicklung in peripheren Volkswirtschaften: Entwicklungsrestriktionen und Optionen auf der kommunalen Ebene.

Finanzierung:
Haushalt;
Regionale Disparitäten in wirtschaftlicher, sozialer und politischer Hinsicht bilden quasi natürliche Begleitmerkmale der räumlichen Organisation von Wirtschaft und Gesellschaft in allen Stadien der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung. Jedoch hängen Ausmaß und Erscheinungsformen dieser Unterschiede stets mit dem jeweils konkreten Entwicklungsstand der betroffenen Gesellschaft zusammen. Während in entwickelteren  Volkswirtschaften die bestehenden räumlichen Disparitäten meist durch staatliche Transfermaßnahmen zu einer Mindestausstattung an sozialer und wirtschaftlicher Infrastruktur  führen und solchermaßen die räumlichen Disparitäten abmildern, können derartige Ausgleichsprozesse in weniger entwickelten Volkswirtschaften kaum beobachtet werden. Zwar verfügt der Staat auch hier über eine territoriale Mindestpräsenz in Form einfacher Verwaltungsstrukturen, deren personelle und finanzielle Ausstattung reicht aber in der Regel nicht aus, um das Maß an öffentlichen Gütern bereitzustellen, das eine grundbedarfsorientierte Versorgung der Bevölkerung benötigt um damit die Voraussetzungen zur Teilhabe der lokalen Bevölkerung an den nationalen Entwicklungen zu schaffen.  Dezentralisierungsprogramme, die eine Verlagerung von Entscheidungskompetenzen und Ressourcen vom Zentralstaat weg auf vorgelagerte Regierungs- und Verwaltungsebenen intendierten, sollten helfen eine Art „Entwicklung von unten“ zu unterstützen,  um solchermaßen die bestehenden Spannungen abzubauen und eine auch räumlich breitenwirksame Entwicklung zu ermöglichen. Das Forschungsvorhaben untersucht die Wirkungsmöglichkeiten solcher Programme auf der lokalen Ebene und will dabei die Strukturen und Akteurskonstellationen erfassen, die bei gegebenen Rahmenbedingungen auf die Dynamik von lokaler Entwicklung Einfluss nehmen. In einer ersten Fallstudie sollen marginale Regionen erfasst werden, deren gesellschaftliche Rahmenbedingungen eine autonome Entwicklungspolitik zwar formell zulassen, die aber auf der lokalen Ebene nicht über die personellen, materiellen und finanziellen Mittel verfügen, um die rechtlich bestehenden Möglichkeiten umsetzen zu können. Die Analyse einer solchen Situation erlaubt Einblicke in die „lokalen Anatomie“  stagnierender Entwicklung und verspricht die Identifikation von „windows of local opportunities“, die helfen könnten, bestehende Lähmung der lokalen Situation zu überwinden.

Schlagworte

Dezentralisierung, kommunale Entwicklung, ländliche Regionalentwicklung

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