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Entwicklung von kosteneffizienten Strategien zum Erhalt und zur Entwicklung von FFH-Offenlandlebensräumen auf großen Flächen - Vorstudie
Finanzierung:
Deutsche Bundesstiftung Umwelt ;
Projektziel
Im Rahmen der Initiative "Nationales Naturerbe" werden Liegenschaften des Bundes in Stiftungs- oder Länderhoheit überführt. Mit Einstellung der vorherigen, oft militärischen Nutzung stellt sich die Frage, wie für naturschutzrelevante Lebensräume der (Halb)Offenlandschaften langfristig und unter Einhaltung des Verschlechterungsverbotes für Natura-2000-Gebiete eine naturschutzkonforme und zugleich kosteneffiziente Pflege oder sogar wirtschaftlich tragfähige Nutzung gewährleistet werden kann. Für das Modellgebiet "Oranienbaumer Heide" (ehemaliger Truppenübungsplatz) sollen zum Erhalt und zur Entwicklung großflächiger FFH-Offenlandlebensräume dynamisch-gestaltende und standortabhängige Pflegeverfahren erprobt und optimiert sowie in nachhaltige Nutzungsformen eingebunden werden.

Methodik
- Erfassung und Analyse der aktuellen Ausstattung der Lebensraumtypen
- Konzeption eines ganzjährigen, extensiven Weideregimes mit Robustrassen
- Kostenschätzung für die Ersteinrichtung der Weide und deren langfristige Fortführung
- Analyse der Möglichkeiten der bei ergänzenden Pflegemaßnahmen anfallenden Biomasse
- Klärung weiterer Rahmenbedingungen

Ergebnisse
Von den etwa 1.000 ha der kartierten zentralen Offenlandbereichen in der Oranienbaumer Heide entsprechen 433 ha den FFH-Lebensraumtypen trockene europäische Heiden (4030), basenreiche Sandrasen (6120) und Heiden und Silbergras-Pionierfluren auf Binnendünen (2310, 2330) sowie Entwicklungsflächen dieser FFH-Lebensraumtypen. In vielen Bereichen ist eine stark zunehmende Verbuschung durch v.a. Sand-Birke, Zitter-Pappel und Spätblühende Traubenkirsche zu erkennen. Die basenreichen Sandrasen und Silbergraspionierfluren weisen außerdem Vergrasungs- und Ruderalisierungstendenzen auf. Entsprechend dem Leitbild einer halboffenen Weidelandschaft wurde auf der Grundlage der Kartierungsergebnisse und in Abstimmung mit den zuständigen Behörden und dem Eigentümer eine ca. 820 ha große Weidefläche vorgeschlagen. In einem ersten Schritt (2008 bis 2009) soll der südliche und mittlere Teil der Maßnahmenfläche bis zur aktuellen Kernzonengrenze mit Weidetieren (Robustrinder und pferde) besetzt werden. Im zweiten Schritt (ab 2010) soll die gesamte Weidefläche besetzt werden. Dadurch können frühzeitig Effekte auf die Vegetations- und Gehölzentwicklung festgestellt und das Management entsprechend den Zielstellungen optimiert werden. Ausgehend von den festgestellten Auswirkungen der Weidetiere soll im Verlauf des Hauptprojektes, unter Berücksichtigung der Gefahrenabwehrverordnung, die Notwendigkeit zur gezielten Gehölzentnahme geprüft werden. In Abstimmung mit den zuständigen Behörden wird außerdem eine Neuordnung der Kernzonenbereiche geprüft. Eine Inanspruchnahme von Fördermitteln entsprechend der ELER-Verordnung erfolgt entsprechend der aktuellen Landnutzung.

Schlagworte

FFH-Lebensraumtypen, FFH-Richtlinie, Ganzjahresstandweide, Lebensraumtypenkartierung, Natura 2000, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen, Sandökosysteme
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