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Einstellung der Bevölkerung zur Organspende
Projektbearbeiter:
Dr. Lars Schwettmann
Finanzierung:
Stiftungen - Sonstige;
Wir untersuchen die Einstellungen einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe zu Aspekten der Organspende. Dazu werden Einflussfaktoren auf die Bereitschaft zur Spende, die Akzeptanz von Kriterien zur Priorisierung von Patienten auf Wartelisten sowie die Zustimmung zu Vorschlägen zur Erhöhung der Spendenbereitschaft betrachtet. Als Datenbasis dienen die Angaben von 1.778 Bürgern, die an der Frühjahrsbefragung 2011 des Gesundheitsmonitors teilgenommen haben. Analysemethoden: deskriptive Statistik, multivariate Analysen zur Feststellung der Einflüsse von sozioökonomischen Merkmalen, Indikatoren für Gesundheitszustand und verhalten, relevantes Wissen oder Einstellungen in Bezug auf Organspende. Befragte, die in ihrem beruflichen oder privaten Umfeld mit der Organspende in Berührung gekommen sind, besitzen eher einen Organspendeausweis als andere. Von großer Bedeutung ist das Vertrauen darauf, dass die Lebensrettung eines potentiellen Spenders Vorrang vor anderen Zielen besitzt. Bei der Organzuteilung sind die Kriterien der Gewebeverträglichkeit (Erfolgsaussicht) und der Wartezeit (Gerechtigkeit) akzeptiert. Eine deutlich kleinere Mehrheit ist dafür, dass die Dringlichkeit trotz schlechter Erfolgsaussichten die Chancen auf Zuteilung erhöht. Höheres Alter und eigenes Mitverschulden sollten nach Auffassung von Mehrheiten negativ berücksichtigt werden, während nur wenige Befragte Krankheitsfolgekosten einbeziehen wollen. Hinsichtlich der Vorschläge zur Erhöhung der Spendenbereitschaft könnten moderate Geldzahlungen an Angehörige netto zu einer etwas höheren Zahl an Spendern führen. Der Effekt einer Bonusregel, nach der eine eigene zuvor erklärte Spendenbereitschaft die Chance auf die Zuteilung eines Organs im Bedarfsfall erhöht, wäre vor allem für Personen ohne Ausweis positiv. Die Analysen zeigen, dass es wichtig ist, möglichen Spendern die positiven Folgen einer Organspende nahezubringen. Von großer Bedeutung ist zudem die Schaffung von Vertrauen in die Priorität der Lebensrettung des potenziellen Spenders. Dies könnte durch ein zentrales bundesweites Register der positiven und negativen Erklärungen zur Organspende gestärkt werden, wenn Registereinträge erst nach Feststellung des Hirntods eingesehen werden können. Bonus-Punkte für vorherige ausdrückliche Spendenerklärungen, die im Fall eigener Transplantationsbedürftigkeit zu einer kürzeren Wartezeit führen, würden die Erklärungsbereitschaft steigern.

Schlagworte

Kriterien der Organzuteilung, Spendenbereitschaft

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Publikationen

2011
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