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Ein Mentales Modell der Entscheidungsfindung bei der Allokation einer medizinischen Ressource
Projektbearbeiter:
Katja Funke
Finanzierung:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ;
Die zunehmende Inanspruchnahme von GKV-Leistungen, u.a. basierend auf einer immer älter werdenden Bevölkerung, steht derzeit einem schrumpfenden Budget der Krankenkassen gegenüber. Demzufolge stellen Stichwörter wie Priorisierung, Rationierung sowie Leistungsbegrenzung in der Gesundheitsversorgung Deutschlands heutzutage keine Seltenheit mehr dar. Wie also die begrenzten Mittel verteilen? Wie wirken sich differierende Bedarfe und Effektivitäten potenzieller Patienten auf die Verteilung eines begrenzten medizinischen Gutes aus? Gibt es Allokationsunterschiede bei unterschiedlich geprägten Individuen bzw. Gruppen? Wer verteilt demzufolge wie?
Um auf derartige Fragen Antworten zu finden, sollen die in Anlehnung an die Ergebnisse zu Allokationsentscheidungen von Befragten verschiedener Studienrichtungen ermittelten Reihenfolgeeffekte bei der Verteilung einer in Knappheit variierenden medizinischen Ressource analysiert werden (vgl. Ahlert, Funke & Schwettmann, 2012). Dabei steht gezielt das sequenzielle Entscheidungsverhalten der Befragten der Studienrichtungen Wirtschaft und Medizin im Vordergrund. Deren Allokationsverhalten soll sowohl geprüft und kategorisiert als auch im Hinblick auf mögliche zugrunde liegende kognitive Prozesse in ein Modell der Entscheidungsfindung (vgl. Güth, 2000; 2001) integriert werden. Die Resultate verweisen darauf, dass sich Ökonomie- und Medizinstudenten in ihren Verteilungsprinzipien bzw. -verhalten unterscheiden. Dabei fällt u.a. auf, dass bei den jeweiligen Verteilungssequenzen der Fokus im Rahmen der Allokation in Abhängigkeit von Knappheit bzw. keiner Knappheit der zur Verfügung stehenden Ressource variiert. In diesem Zusammenhang induziert Knappheit eine Allokation in Richtung Wirksamkeit - Wer mehr Nutzen aus der verteilten Ressourcenmenge zieht, soll auch wenigstens sein Mindestmaß, wenn nicht sogar mehr, an Ressource zugeteilt bekommen. Im Verteilungsverhalten von Medizinstudenten zeigt sich beispielsweise, dass mit zunehmender Knappheit der Ressource egalitäre Verteilertypen mögliche Konsequenzen für hypothetische Patienten mit in ihre Entscheidungsfindung einfließen lassen. Des Weiteren lassen sich bei Ökonomiestudenten Allokationstypen identifizieren, welche ihren Fokus stringent auf die Konsequenzen ihrer Entscheidung für die fiktiven Patienten ausrichten, jedoch bei zunehmender Ressourcenknappheit von eher utilitaristischen zu eher egalitären Entscheidungen wechseln.

Schlagworte

Allokation, Entscheidungsfindung, Gesundheitsversorgung, Medizinische Ressourcen, Mentales Modell, Ressourcenknappheit, Verteilungsprinzipien, Verteilungsverhalten

Publikationen

2012
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