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Bedarfsabhängige Intervention nach Screening auf Alkoholmissbrauch in Hausarztpraxen (HELPS)

Projektbearbeiter:
phil Thomas Fankhänel
Finanzierung:
Fördergeber - Sonstige;
Die Erhaltung der Leistungs- und Beschäftigungsfähigkeit erwerbsfähiger Personen ist zentrales Ziel von Leistungen zur medizinischen und beruflichen Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung (DRV). In mehreren Studien konnte die Wirksamkeit multidisziplinärer Rehabilitation bei alkoholabhängigen Patienten nachgewiesen werden. Über die Hausarztpraxis ist ein Großteil der Betroffenen zu erreichen, denn in Deutschland haben zirka 80% der Alkoholabhängigen mindestens einmal pro Jahr einen Kontakt zu einem praktischen Arzt. Hausärzte verfügen über eine vertrauensvolle Arzt-Patient-Beziehung und bieten deshalb den geeigneten Kontext für die Einleitung einer Intervention bei Alkoholabhängigkeit. Sie sollten somit verstärkt für eine bedarfsabhängige Versorgung von Patienten mit Alkoholabhängigkeit gewonnen werden, um gegebenenfalls rechtzeitig und unbürokratisch die Entwöhnungsbehandlung nach Magdeburger Weg einzuleiten.  
Primäres Ziel der Studie ist die Untersuchung von Bedarf und Akzeptanz einer hausärztlichen Versorgung von Patienten mit Alkoholabhängigkeit im erwerbsfähigen Alter gemäß Magdeburger Weg. Im Interesse vereinfachter Zugangswege zur Entwöhnungsbehandlung sollen Hausärzte in die Lage versetzt werden, Patienten mit Alkoholabhängigkeit durch systematisches Screening und auf Grundlage von ärztlichem Befundbericht ohne Sozialbericht möglichst früh einer Entwöhnungsbehandlung zuzuführen.  
Durch die Vereinfachung der Zugangswege zur Entwöhnungsbehandlung ist mit einer deutlich verbesserten Versorgung von Patienten mit Alkoholabhängigkeit zu rechnen. In Modellprojekten wurde gezeigt, dass durch die Option zur Schnelleinweisung mit ärztlichem Befundbericht ohne Sozialbericht gemäß Magdeburger Weg Patienten mit Alkoholabhängigkeit erfolgreich behandelt werden können. Die Vereinfachung der Zugangswege kann die Bereitschaft zur Versorgung von Patienten mit Alkoholabhängigkeit seitens der Hausärzte erhöhen, da die Patienten so frühzeitig und unkompliziert der geeigneten Einrichtung zugeführt werden können. Dies wird im Rahmen des Projektes durch eine cluster randomisierte Intervention zur Einführung eines systematischen Screening und Kurzintervention in Hausarztpraxen untersucht. Ein Schwerpunkt bildet dabei die Aufdeckung von motivationalen Barrieren unter teilnehmenden Ärzten.

Schlagworte

Alkoholabhängigkeit, Entwöhnungsbehandlung, Hausärztliche Versorgung, Kurzintervention, Riskanter Alkoholkonsum, Screening

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