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Altersstruktur und Nachwuchsperspektiven bei landwirtschaftlichen Fachkräften (ALTERNATIF)

Projektbearbeiter:
Burkart Lutz
Finanzierung:
Bund;
Seit Jahrzehnten unterliegt das Tätigkeitsfeld landwirtschaftlicher Fach- und Führungskräfte einem massivem Veränderungsdruck. Zum einen dauert der seit vielen Jahrzehnten anhaltende Zwang zur Verringerung der Zahl der landwirtschaftlichen Beschäftigten als Folge steigender Produktivität bei stagnierenden oder allenfalls sehr langsam zunehmenden Absatzchancen weiterhin an. Zum anderen ergeben sich aus immer stärkerer Verwissenschaftlichung und Technisierung der landwirtschaftlichen Produktionsverfahren, aus einem tiefgreifenden, mit zunehmender Globalisierung verbundenen Wandel der Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte und mit der vielfach als unausweichlich betrachteten Erschließung neuer Produktions- und Vermarktungslinien auch weitreichende Konsequenzen für die Anforderungen an formale Qualifikation, an das faktische Wissen und an die berufliche Kompetenz einer steigenden Zahl von Beschäftigten. In welcher Weise sich die Tendenz zu Beschäftigungsreduzierung mit der Tendenz zu steigenden Anforderungen an Kompetenzen und Wissen der Fach- und Führungskräfte kombinieren, hängt wesentlich von der Altersstruktur der Beschäftigten ab.Der Zusammenhang zwischen der Altersstruktur der Fach- und Führungskräfte auf der einen Seite und der Schwierigkeit, ihr Qualifikationsniveau durch Zustrom gut ausgebildeter Nachwuchskräfte kontinuierlich zu verbessern, auf der anderen Seite ist von ganz besonderer Bedeutung in der Landwirtschaft in den neuen Bundesländern, da die ostdeutsche Landwirtschaft besonders schwer von den für große Teile der ostdeutschen Wirtschaft und Gesellschaft typischen demographischen Verwerfungen betroffen ist. Diese demographischen Verwerfungen bewirken in der ostdeutschen Landwirtschaft, dass:- der Personalbestand sehr vieler Betriebe deutlich älter ist, als in den alten Bundesländern- insbesondere bei Führungskräften und hochqualifizierten Fachkräften in einigen Jahren mit zahlreichen Abgängen aus dem Erwerbsleben zu rechnen ist, wenn nur mehr sehr schwache Geburtsjahrgänge das Bildungssystem verlassen werden- die Landwirtschaft oftmals schon heute, angesichts sehr starker Nachwuchsjahrgänge und ausgesprochener "Jugendberufsnot", sehr große Schwierigkeiten hat, überhaupt geeignete Nachwuchskräfte zu finden und zu haltenVor dem Hintergrund dieser Entwicklung werden im Projekt folgende Aufgaben bearbeitet:- Bilanzierung des verfügbaren Wissens- Auf dieser Grundlage die Darstellung schon heute absehbarer Tendenzen und Problemlagen- Klärung, wann und für welche Akteure durch diese Tendenzen und Problemlagen, welcher Handlungsbedarf erzeugt wirdDie Bearbeitung dieser Aufgaben erfolgt unter Nutzung aktueller Untersuchungen zur Fachkräftesituation in der Landwirtschaft der neuen Bundesländer und der amtlichen Statistik.

Anmerkungen

Auftraggeber:<br> Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL)

Schlagworte

Ostdeutsch, Wirtschaft

Kontakt

Dipl.-Soz. Bettina Wiener

Zentrum für Sozialforschung Halle e.V.

Schwerpunkt Arbeitsmarkt, Ausbildungssysteme, Einmündungs- und Berufsverläufe

Großer Berlin 14

06108

Halle (Saale)

Tel.+49 345 9639600

Fax:+49 345 9639601

wiener(at)zsh.uni-halle.de

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