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Abrufmodus und Abruforientierung bei Patienten mit mediotemporalen und präfrontalen Läsionen
Finanzierung:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ;
Abrufmodus und Abruforientierung sind wichtige Aspekte der kognitiven Gedächtniskontrolle. Abrufmodus bestimmt, ob ein Stimulus mit Fakten oder persönlichen Erlebnissen in Verbindung gebracht wird. Abruforientierung legt fest, welcher spezielle Aspekt einer erlebten Episode von Interesse ist. Neuroimagingstudien assoziieren den episodischen Abrufmodus mit Aktivierungen im rechten Frontalpol (Brodman-Areal, BA 10), Abruforientierung mit Aktivierungen im linken BA 10/49. Läsionen dieser Areale führen tatsächlich zu Gedächtnisstörungen, aber es ist derzeit unklar, ob die Ursache hierfür in einer selektiven Störung von Abrufmodus und Abruforientierung liegt oder ob solche Läsionen präfrontale Kontrollprozesse unspezifisch beeinträchtigen, die Veränderungen von Abrufmodus und Abruforientierung also sekundär sind. Im Falle einer spezifischen Struktur-Funktionsbeziehung sollten linksseitige Läsionen zu Störungen in der Abruforientierung und rechtsseitige zu Störungen im Abrufmodus führen. Anderenfalls sollten beide Abrufprozesse hemisphärenunabhängig mitbetroffen sein, und zwar vor allem dann, wenn häufige Aufgabenwechsel ( task switching") hohe Anforderungen an die exekutive Kontrolle stellen. In diesem Teilprojekt soll diese Frage in drei Experimenten untersucht werden, die Abrufmodus/ Orientierung und exekutive Kontrolle selektiv manipulieren. Es werden die hämodynamischen und elektrophysiologischen Korrelate von Abrufmodus und Abruforientierung jeweils mit und ohne Aufgabenwechsel bei alten gesunden Menschen, bei Patienten mit Frontallappenläsionen und bei Patienten mit hypoxisch bedingter Schädigung der medialen Schläfenlappen untersucht.

Schlagworte

Gedächtnis, Läsion, Störung
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