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Zuhause in Estland? Eine Untersuchung zur sozialen Integration von ethnischen Russen in Estland
Projektbearbeiter:
Denis Gruber
Finanzierung:
Fördergeber - Sonstige;
Die Untersuchung ermittelt, welche Auswirkungen sich durch Exklusionen aus bestimmten Subsystemen des estnischen Nationalstaats für die soziale Integration ethnischer Russen ergeben. Als Arbeitsmodell dient der migrationstheoretische Ansatz von Hartmut Esser (1999, 2001). Anhand Essers vier Formen der Sozialintegration (Platzierung, Kulturation, Interaktion und Identifikation) wird analysiert, ob ethnische Russen in der Untersuchungsregion über strukturelle, kulturelle, inter-ethnische und identifikative Assimilationsbestreben verfügen und wie sich diese bewerten lassen. Ein weiteres Ziel der Arbeit besteht darin, normative und interessengeleitete Zugehörigkeitsbindungen unterhalb der politisch-rechtlichen Ebene herauszuarbeiten. Einerseits frage ich nach der Inklusions- und Exklusionslogik des estnischen Staates, die verhindern kann, dass die Angehörigen der Minoritätengemeinschaft überhaupt zu vollwertigen Mitgliedern der Gesellschaft werden. Andererseits wird den Motiven und Orientierungen ethnisch-russischer Minderheitenakteure nachgegangen, sich überhaupt in die estnische Aufnahmegesellschaft integrieren zu wollen. Außerdem wird analysiert, ob bei ethnischen Russen Strategien beobachten werden können, die auf eine Selbstexklusion verweisen, und ob es nach dem Ende der Sowjetunion für die Angehörigen der russischen Minderheitengruppe zu Identitätsverschiebungen und infolge gefühlter oder erlebter Diskriminierungen zu einer Verstärkung der ethnischen Identität gekommen ist.

Anmerkungen

Disserationsprojekt, gefördert durch Friedrich-Ebert-Stiftung Kontakt: gruber.denis(at)web.de

Schlagworte

Estland, Integration, Russische Minorität
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