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Transkription von Sprechausdruck - Auditive Analyse des stimmlichen Ausdrucks innerhalb des Prozesses der gesprächsanalytischen Transkription.
Finanzierung:
Haushalt;
Im Prozess der gesprächsanalytischen Transkription spielt neben anderen Faktoren auch die Notation des stimmlichen Ausdrucks der Interagierenden eine Rolle. Zu den Klangmerkmalen der Stimme gehören Klangfarbe, Klangfülle, faukale Distanz bzw. Weite, Geräuschhaftigkeit. Diese müssen präzise beschrieben werden, aber wesentlich für eine funktionale und interaktionsrelevante Analyse ist die Unterscheidung von physiognomischen und pathognomischen Ausdrucksmerkmalen der Stimme. Denn Stimme ist zunächst durch ihre Leibgebundenheit unverwechselbarer Ausdruck der Persönlichkeit. Darüber hinaus ist stimmlicher Ausdruck Träger wesentlicher Informationen für die Interaktion, allerdings nicht unabhängig von kulturellen Zuschreibungen und Mustern. Diese Überschneidungen müssen in der Wahrnehmung und Beurteilung von Stimme in der Interaktion berücksichtigt werden. Der Prozess der auditiven Wahrnehmung dieser Ebene ist hinsichtlich der funktionellen Relevanz einzelner Phänomene sowie der Standardisierung ihrer Beurteilung/Kategorisierung bisher nicht hinreichend geklärt. Außerdem existieren nur wenige beobachtungsbasierte Kriterienkataloge, die eine präzise Beschreibung der nonverbal-vokalen Ebene der Interaktion ermöglichen. Anregungen für die gesprächsanalytische Transkription können aus anderen Disziplinen gewonnen werden, in denen die Stimme im Mittelpunkt steht. Dazu gehören neben der Sprechwissenschaft beispielsweise die Diagnostik und Therapie von Stimmstörungen sowie Musikwissenschaft und -pädagogik (z. B. Gesangslehre). Diese Kataloge mit Stimmbeschreibungskategorien sind zumeist präskriptiv, da ihnen das Ideal der guten und schönen Stimme zugrunde liegt, sie können aber Anregungen für ein differenziertes Beobachtungs- und Beschreibungsinventar liefern.   Im Projekt stehen folgende Fragen im Mittelpunkt:
    • Wie können stimmliche Phänomene kriterienbasiert beschrieben werden? Welche Kataloge hierzu stehen zur Verfügung?
    • Wie ist methodisch mit dem Problem umzugehen, dass stimmlicher Ausdruck einerseits leibgebunden-unveränderlich (physiognomisch) ist, andererseits aber auch in der Interaktion funktional einsetzbar (pathognomisch) ist? Wie kann dieser Unterschied in der auditiven Analyse festgestellt werden?
    • Ist eine Konsensustranskription in Bezug auf stimmliche Phänomene möglich? Welche Standardisierungsprozesse sind nötig und wie können diese methodisch kontrolliert werden?

Anmerkungen

Forschungskooperation mit Dr. Cordula Schwarze (Germanistisches Institut Universität Innsbruck) und Dr. Beate Wendt (Magdeburg)

Schlagworte

Prosodie, Sprechausdruck, Transkription
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