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Tektonometamorphe Entwicklung von Gneisdomen und ummantelnden Metamorphiten der variszischen Pyrenäen
Finanzierung:
Haushalt;
Tektonometamorphe Entwicklung von Gneisdomen und ummantelnden Metamorphiten der variszischen Pyrenäen
Dünnschliffphoto eines verzwillingten Stauroliths (Bossòst Dome, Pyrenäen).
Kernbereiche von Gebirgen bestehen oft aus Gesteinen in denen sich eine komplexe Geschichte mehrfacher Deformation und Metamorphose widerspiegelt. Nicht nur einzelne Phasen einer Orogenese, sondern auch mehrere Gebirgsbildungen können in bestimmten Gesteinen rekonstruiert werden. Die kristalline Kernzone der Pyrenäen, die sogenannte Axialzone, besteht aus Orthogneisen und kambro-ordovizschen Metasedimenten, die ihre Hauptdeformation und Metamorphose während der variskischen Orogenese erfahren haben. Die ursprüngliche Intrusion der magmatischen Ausgangsgesteine der Orthogneise ist allerdings älter als die variskische Orogenese. Orthogneise und Metasedimente bilden tektonische und metamorphe Domstrukturen, mit Gneisdome im Kern ummantelt von metamorphen Gesteinen. Kompliziert wird die tektonische und metamorphe Entwicklung durch großräumige Granitintrusionen während der Endphase der variskischen Orogenese, sowie Deformation durch die Ausbildung des heutigen Gebirgszugs der Pyrenäen während der alpidischen Orogenese.Am Beispiel zweier Domstrukturen, dem Bossòst-Dom und dem Aston-Hospitalet-Dom, in den östlichen und zentralen Pyrenäen, wird die komplexe tektonometamorphe Geschichte rekonstruiert. Dies geschieht durch eine detaillierte tektonische und metamorphe Kartierung im Gelände, Untersuchung duktiler Strukturen im Dünnschliff (Mikrotektonik) und petrologische Untersuchungen. Ziel ist es, metamorphe Ereignisse mit Deformationsphasen zu korrelieren, um somit von dem relativen Ablauf der Geschichte einzelner Gesteine ein Entwicklungsmodell der Gneisdome zu formulieren. Quantitative Aussagen über Druck- und Metamorphosebedingungen können durch Mineralzusammensetzung, mit Hilfe einer Mikrosonde, gemacht werden. Verschiedene geochronologische Altersdatierung der Metasedimente und Orthogneise sollen einzelnen Phasen absolute Alter zuordnen.Die Ergebnisse dieser Studie liefern wertvolle Hinweise zur der noch lückenhaft bekannten tektonometamorphen Geschichte der variskischen Pyrenäen, sowie deren plattentektonischen Entwicklung im Rahmen der südeuropäischen Varisziden.

Schlagworte

Amphibolitfazies, Aston-Hospitalet-Dom, Axialzone Pyrenäen, Bossòst-Dom, Gneisdome, Metapelite, Mikrotektonik, Polymetamorphose, Porphyroblasten, Scherzone, metamorphe und strukturelle Dome, südeuropäische Varisziden
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