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Die Sprache des Absurden bei Jesus

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Es werden die Logien Jesu untersucht, die in bildhafter Form Paradoxa, Absurditäten oder negierte Selbstverständlichkeiten enthalten. Zum Beispiel:      "Zündet man etwa ein Licht an,      "um es unter einen Scheffel oder unter eine Bank zu setzen?      Keineswegs,      sondern um es auf den Leuchter zu setzen." (Mk 4,21)
Besonderes Augenmerk gilt der sprachlichen Gestalt, der kommunikativen Funktion und dem Sitz im Leben dieser Redeform. Es zeigt sich, dass die Funktion dieser Ausdrucksweise dreifach bestimmt werden kann. Dabei haben die ersten beiden Funktionen erhebliches polemisches Potential.
    • Sprachliche Absurditäten drücken die Widersinnigkeit des gottlosen menschlichen Verhaltens aus. Die Sünde wird in ihrer ganzen Absurdität und Lebensfeindlichkeit charakterisiert. Die bevorzugte Gattung ist die Anklagerede. Diese Art der sprachlichen Absurditäten ist schon bei den alttestamentlichen Propheten zu finden.
    • Sprachliche Absurditäten drücken aus, wie töricht es wäre, die Gelegenheit des Heilsangebots zu verpassen oder unangemessen zu reagieren. Diese Redeweise ist besonders typisch für Jesus. Sie offenbart die Auseinandersetzung über die angemessene Deutung der Zeit, in der sich Jesus mit seinen Gegnern befand. Die bevorzugte Gattung ist der weisheitliche Spruch. Diese Art der sprachlichen Absurditäten ist schon in der nachexilischen Weisheit Israels zu finden.
    • Sprachliche Absurditäten dienen dazu, die totale Andersartigkeit und Unvorstellbarkeit der Verhältnisse in der eschatologischen Welt zu beschreiben. Diese Art der absurden Aussage findet sich vor allem in prophetischen und apokalyptischen Zusammenhängen.

Schlagworte

Absurdität, Jesus, Logie, Paradoxum, Sprache, Sünde, gottlos

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