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Prekäre Verwandtschaft. Verhandlungen von Familienkonstellationen nach 1945 am Beispiel von Adoption und Inzest
Projektleiter:
Projektbearbeiter:
Prof. Till Kössler, Prof. Constantin Goschler, Julia Reus
Finanzierung:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ;
Adoption ist eine Form von "erweiterten Familien" und eine kulturelle Praxis mit einer langen, vielfältigen historischen Tradition. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde Adoption in der Bundesrepublik in verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten diskutiert: Debatten um die Diversifizierung und Renaturalisierung von Familie und Verwandtschaft, Auseinandersetzungen um die Auslandsadoption zwischen Kinderhilfe und Kinderhandel, Fragen nach dem Recht von Adoptierten auf das Wissen um ihre biologische Herkunft, Diskussionen um Adoption als "auslaufende Alternative" im Kontext der neuen Reproduktionsmedizin, sowie ganz aktuell politische Kontroversen um die Adoptionsrechte gleichgeschlechtlicher Paare. Über diese zeitlich und thematisch variierenden Themen lässt sich Adoption als eine Form des (post)modernen Verwandt-Machens identifizieren, die sich kontinuierlich zwischen verschiedenen Spannungsfeldern bewegt: zwischen Abstammung und Sozialisation, individueller Praxis und sozialer Administration, privatem Anliegen und staatlicher (institutioneller) Verantwortlichkeit, Steuerung und Regulierung. Das Promotionsvorhaben nimmt diese Spannungsfelder in ihrer Historizität als Ausgangspunkt, um den Wandel der Diskurse über und Praktiken von Adoption in der Bundesrepublik nach 1945 zu untersuchen.
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