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Potenzial nativer Baum- und Straucharten der bolivianischen Ostkordillere
Projektbearbeiter:
Dipl.-Landschaftsökologin Regine Brandt
Finanzierung:
Stiftungen - Sonstige;
Welche Baum- und Straucharten finden sich in ländlichen Dorfgemeinschaften des Tunari-Nationalparks in Bolivien? Welche Verbreitung und Vergesellschaftung zeigen diese Arten im Höhenbereich von 3000-4000 m. ü. M.? Welche Arten übernehmen bedeutende ökologische und soziokulturelle Funktionen auf lokaler Ebene? Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen Baum- und Straucharten und der lokalen Landnutzung? Wie lassen sich ausgewählte Arten optimal unter lokalen Bedingungen reproduzieren und in die Landnutzung integrieren? Können Baum- und Strauchbestände zur Regeneration von Waldökosystemen und insbesondere der nativen Gattung Polylepis beitragen? Die Dissertation geht diesen Fragestellungen mit einem inter- und transdisziplinären Forschungsansatz anhand zweier Fallstudien im Tunari-Nationalpark (Department Cochabamba, Bolivien) nach. Hierbei werden sowohl Methoden der Vegetationsökologie, Reproduktionsbiologie und Bodenökologie als auch der sozialempirischen und partizipativen Forschung verwendet. Der Ausgangspunkt dieser angewandten Studie sind gravierende Degradierungen natürlicher Wälder und Bodenerosion im Gebiet des Tunari-Nationalparks. Wie auch in anderen Regionen der bolivianischen Anden wurden diese Ressourcendegradationen insbesondere durch Abholzung und nicht-standortgerechte Bodennutzung verursacht. Neben zahlreichen ökologischen Folgen tragen sie eine große Verantwortung für die extreme Armut im ländlichen Raum. Das aktuell angewandte Naturschutzkonzept in dieser Region blieb bisher ohne Erfolg und ist aufgrund mangelnder Partizipation der lokalen Bevölkerung an den Naturschutzmaßnahmen als Verursacher regionaler Landnutzungskonflikte zu betrachten. Aus diesem Anlass wurde das Forschungsprojekt "Konflikte und Transformationsprozesse zwischen sozialen Akteuren und politischen Organen bezüglich Schutz und Nutzung natürlicher Ressourcen und der Biodiversität des Tunari-Nationalparks, Department Cochabamba" unter der Leitung des bolivianischen Institutes Agroecología Universidad Cochabamba (AGRUCO) im Jahre 2002 initiiert, in welches das vorgestellte Dissertationsprojekt integriert ist. Diese Forschungsaktivität strebt die Suche nach alternativen Ansätzen in der Konfliktlösung auf der Grundlage einer partizipativen Konfliktanalyse, die alle wichtigen Akteure mit einbezieht sowie die gleichzeitige Sicherstellung einer nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen der Region an. Inhaltliche Schwerpunkte von AGRUCO sind vor allem die Aufwertung lokalen Wissens, der interkulturelle Dialog zwischen Wissenschaft, Praxis und Politik sowie die Systematisierung andiner agrarökologischer Techniken als Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raums im Department Cochabamba.

Schlagworte

AGRUCO, Bolivien, Erosion, Landnutzung, Nachhaltigkeit
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