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Performative Konstruktionen von sozio-kulturellen Identitäten bei Frauen in Südorissa/Indien

Projektbearbeiter:
Frau Dr. Beatrix Hauser
Finanzierung:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ;
Ziel des Forschungsvorhabens ist es zu untersuchen, wie Frauen im indischen Südorissa in verschiedenen sozialen Kontexten die an sie herangetragenen Rollenerwartungen verstehen, verinnerlichen, legitimieren, zur Schau stellen, modifizieren oder auch zurückweisen. In anderen Worten: es geht um die Konstruktion, Aushandlung und Essentialisierung von sozio-kulturellen Identitäten von Frauen. Die konkreten Untersuchungseinheiten bestehen dabei aus "kulturellen Performanzen" (Singer), d.h. aus kollektiven Ereignissen unterschiedlicher Art: Rituale im häuslichen Kontext, öffentliche Prozessionen, Jahresfeste, Heilrituale etc. Methodisch sollen diese als "totale soziale Institutionen" im Sinne von Marcel Mauss betrachtet werden, also als Institutionen, in denen alle wichtigen Bereiche gesellschaftlichen Handelns und Denkens einfließen. Als solche eignen sie sich in besonderem Maße zur Untersuchung der Konstruktion und Beschaffenheit weiblicher Identitäten. Im Vordergrund stehen dabei zunächst ethnographische Fragen: An welchen "cultural performances" sind Frauen in Südorissa überhaupt beteiligt? Welche eigenen haben sie geschaffen? In einem weiteren Schritt soll dem "performativen" Wesen von Identität, Identitätsbildung und -wandel auch auf theoretischer Ebene nachgegangen werden. Identität wird dabei als dynamische, relative und situationsbezogene soziale Größe verstanden, die kontinuierlicher Neuauslegung, Verhandlung und Änderung durch die Akteure unterworfen ist. Wie dies genau geschieht, ist im ethnographischen Detail aufzuzeigen und auch unter Einbeziehung der Ergebnisse moderner gender-Forschung zu eruieren.

Schlagworte

Frau, Identität, Indien, Orissa, Performance

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