« Projekte
Messung und Erklärung von technischem Fortschritt
Finanzierung:
Haushalt;
Forschergruppen:
Spätestens seit dem Ende der achtziger Jahre schwächen sich die jährlichen Wachstumsraten der meisten industrialisierten Volkswirtschaften mehr oder weniger deutlich ab. Immer häufiger wird dabei die Meinung vertreten, daß es sich hier weniger um konjunkturelle als vielmehr um strukturelle Probleme handelt. Dies bedeutet, daß den traditionell wichtigen Branchen, Produkten und Produktionsverfahren zumeist nur mehr eingeschränkte Konkurrenzfähigkeit bescheinigt wird. Zur Begründung führt man vor allem zu hohe Produktionskosten und mangelnde Innovationsfähigkeit an. In einer derartigen Situation darf eine zeitgemäße Wirtschafts- und Industriepolitik nicht auf die überkommenen und vor allem eher konjunkturpolitisch ausgerichteten Patentrezepte vergangener Jahrzehnte zurückgreifen, sondern muß sich besonders der Erfassung des technologischen "Status Quo" sowie möglicher Entwicklungschancen und -risiken zuwenden. Technologische Strukturen, ihre Entstehungsgründe und Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb und zwischen industriellen Branchen stellen somit Schlüsselvariablen moderner Politikansätze dar.
Hier sollte sich die Ökonomie als wissenschaftliche Disziplin in die Diskussion einschalten und adäquate Entscheidungshilfen zur Erfassung und Erklärung dieser Vorgänge anbieten. Die orthodoxe neoklassische Theorie stößt dabei jedoch durch ihre weitgehende Konzentration auf gleichgewichtige Entwicklungen und die strikte Trennung von technologischer und ökonomischer Sphäre an ihre Grenzen. Genau auf diesen Punkt konzentrieren sich die neueren Ansätze zur Erklärung von wirtschaftlichem Wachstum und Innovationstätigkeit. Derartige theoretische Strömungen, die man je nach Schwerpunkt als Evolutionäre Ökonomie, Schumpeterianische Ökonomie oder auch NeoInstitutionalismus bezeichnet, betonen vor allem die Existenz und Nachhaltigkeit von Ungleichgewichten und heterogenen technologischen Entwicklungen als Ergebnisse und Triebkräfte fürtechnischen Fortschritt und wirtschaftliches W achstum.
In diesem Aufsatz werden beide Auffassungen in ihren Kernaussagen und Grundannahmen charakterisiert. Dabei zeigt sich, daß die neue Innovationstheorie vor allem auf einer erheblich differenzierteren Sichtweise von Wissen und menschlichem Verhalten basiert als die bekannten orthodoxen Ansätze.

Schlagworte

Fortschritt, technischer
Kontakt
Prof. Dr. Georg Westermann

Prof. Dr. Georg Westermann

HS Harz für angewandte Wissenschaften

FB Wirtschaftswissenschaften

Friedrichstr. 57-59

38855

Wernigerode

Tel.+49 3943 659235

Fax:+49 3943 659109

weitere Projekte

Die Daten werden geladen ...