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Intraoperative Überwachung des N. facialis durch automatische Kategorisierung der EMG-Aktivität
Finanzierung:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ;
Bei Operationen im Kleinhirnbrückenwinkel wird die Funktion des Nervus facialis elektromyographisch (EMG) überwacht, um den Nerven zu schützen und Schädigungen möglichst zu vermeiden. Der „A-train“, ein spezifisches Muster des intraoperativen Fazialis-EMG, gilt als pathognomonisch für postoperative Fazialisparesen. Trotz hoch signifikanter Korrelation zwischen der beobachteten Quantität von A-trains und dem Ausmaß postoperativer Gesichtslähmungen treten jedoch falsch positive und falsch negative Ergebnisse auf. Während letztere auf ungenügende Überwachungsabdeckung der Gesichtsmuskulatur zurückzuführen sein könnten, werden bezüglich der falsch positiven Ergebnisse Inhomogenitäten in der Gruppe der A-trains diskutiert. So erscheint denkbar, dass nicht alle Muster in gleicher Weise pathologische Bedeutung haben. Im Rahmen der beantragten Studie soll anhand von 101 Patienten mit Vestibularisschwannom ein hierfür realisierter Prototyp zur Echtzeit-Analyse interdisziplinär weiterentwickelt werden, um verschiedene Arten von A-trains automatisiert zu erfassen, zu kategorisieren und zu gewichten. Zu diesem Zweck werden Parameter des Zeit- und Frequenzverlaufs von A-trains erfasst und mit gleichzeitigen chirurgischen Manövern korreliert. Durch die translationale Verzahnung informatisch-medizintechnischer Grundlagen mit klinischer Anwendung und Validierung sollen quantitative und qualitative EMG-Risikoprofile für Fazialisparesen ermittelt werden, welche als Matrizen für den Prototyp eines neuen intraoperativen Warnsystems einsetzbar sind.

Schlagworte

Akustikusneurinom, Biosignalanalyse, Elektromyographie, Nervus facialis, Neuromonitoring
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